IT-Systeme · Praxisleitfaden

Agilent OpenLab CDS validieren: Daten und Auswertung prüfen

Ein Chromatogramm ist ausgewertet und der Bericht sieht vollständig aus. Für die Qualitätsentscheidung bleibt entscheidend, welche Methode verwendet wurde, welche Nachverarbeitung stattfand und ob der Prüfer den gesamten Zusammenhang erkennen kann. Dieser Leitfaden zeigt konkrete Prüffelder für Agilent OpenLab CDS im GxP-Labor. Er unterscheidet Softwareversion, Betriebsform und Datenspeicherung und liefert ein illustratives Beispiel zur manuellen Integration. Labor, IT und QA erhalten damit eine gemeinsame Grundlage, um Anforderungen, vorhandene Herstellernachweise und eigene Tests zusammenzuführen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste vorab

Wie validieren Sie Agilent OpenLab CDS?

Sie prüfen die eingerichtete Kombination aus OpenLab CDS, Gerätetreibern, Methoden, Rollen, Speicherkomponenten und angeschlossenen Systemen gegen den vorgesehenen regulierten Einsatz. Relevant sind Erfassung, Auswertung, Nachverarbeitung, Review und langfristige Verfügbarkeit der Daten. Installationsnachweise unterstützen dieses Vorgehen. Ergänzend benötigen Sie passende Prozessprüfungen, beispielsweise für manuelle Integration, geänderte Methoden und wiederhergestellte Datenbestände.

  • OpenLab CDS, OpenLab ChemStation und Content-Management-Komponenten werden nicht gleichgesetzt.
  • Methode, Sequenz, Ergebnis und Systemereignis benötigen passende Nachweise.
  • Manuelle Integration wird über Berechtigung, fachliche Begründung und überprüfbare Ergebnisse bewertet.
  • Ein Bericht allein bildet einen dynamischen chromatographischen Datensatz nicht vollständig ab.

1. Den Laborprozess und seinen Geltungsbereich abgrenzen

Welche Entscheidung beruht auf dem Ergebnis: eine GMP-Prüfung, eine Stabilitätsbewertung oder eine andere Untersuchung? Beschreiben Sie Probenannahme, Messung, Auswertung, Prüfung und Ergebnisübertragung. Erfassen Sie auch verworfene, abgebrochene oder wiederholte Arbeitsschritte. Eine Softwarevalidierung und die Eignung der analytischen Methode beantworten unterschiedliche Fragen; beide Nachweisarten müssen im Labor sinnvoll zusammenpassen.

Für GMP-Tätigkeiten bei Humanarzneimitteln ist Annex 11 eine maßgebliche Grundlage. Das EU-Verzeichnis führt am Recherchetag weiterhin die Revision Januar 2011. Part 11 wird anhand relevanter FDA-Aufzeichnungspflichten und verwendeter elektronischer Records eingeordnet. Die Produktbezeichnung allein begründet weder eine allgemeine Pflicht noch eine allgemeine Befreiung.

Quellen: [11] [12] [15]

2. OpenLab CDS, Version und Speicherarchitektur unterscheiden

Die Beschreibung der Architektur bezieht sich auf die OpenLab-CDS-3.0-Unterlagen, Ausgabe Mai 2026. Der Hersteller unterscheidet verschiedene Topologien und Speicherkomponenten. OpenLab CDS ist nicht mit OpenLab ChemStation gleichzusetzen. Auch OpenLab ECM oder ECM XT bezeichnet nicht einfach dasselbe Produkt, sondern kann als zusätzliche Komponente zur Datenverwaltung Teil der Architektur sein.

Die detaillierten Bedienbeispiele dieses Artikels zu Rollen, Audit Trails, Integration und Signaturen beziehen sich ausdrücklich auf die öffentlich zugängliche Hilfe 2.8. Für eine 3.0-Installation gleichen Sie diese mit der mitgelieferten Hilfe und den Release Notes ab. Halten Sie außerdem Treiberversionen, Geräte, Zusatzmodule und Schnittstellen fest. Eine bloße Versionsangabe für den CDS-Client beschreibt das Gesamtsystem nicht.

Betriebsformen als Ausgangspunkt für die Systembeschreibung
KonfigurationDokumentierter UnterschiedProjektfrage
WorkstationKomponenten auf einem Rechner; lokale DateispeicherungWer schützt und sichert den vollständigen Datenbestand?
Workstation PlusLokale Content-Management-KomponentenWie werden Datenbestand und zugehörige Dienste wiederhergestellt?
Client/ServerCDS-Clients beziehungsweise AICs und separate ServerkomponentenWelche Komponenten und Versionen arbeiten zusammen?
ECM-XT-CloudbereitstellungUnterstützte Client/Server-Konfigurationen in AWS oder AzureWelche konkrete Architektur und Betriebsverantwortung wurden vereinbart?

Quellen: [1] [2] [5] [11]

3. Rollen und Methoden auf die tatsächlichen Aufgaben zuschneiden

Die 2.8-Hilfe trennt Rechte für manuelle Integration, Methodenbearbeitung, Nachverarbeitung und Sicherheitsverwaltung. Daraus lässt sich eine Aufgabenmatrix für Ihr Labor entwickeln. Ein Analyst, ein Ergebnisprüfer und ein Administrator benötigen nicht automatisch dieselben Möglichkeiten. Kontrollieren Sie auch den Zugriff auf Projekte und die tatsächlich wirksamen Rechte.

Prüfen Sie Methoden an einem überschaubaren Referenzdatensatz. Stimmen Kalibration, Verdünnungsfaktor, Einheiten, Rundung und Ergebnisdarstellung mit Ihrer Festlegung überein? Rechnen Sie ausgewählte Ergebnisse unabhängig nach. Wiederholen Sie den Fall mit fehlenden oder unzulässigen Eingaben. Eigene Berechnungen und Berichtsvorlagen brauchen gezielte Fälle; eine funktionierende Anmeldung belegt deren Richtigkeit nicht. Trennen Sie dabei fachliche Methodeneignung und korrekte Verarbeitung im eingerichteten System.

Quellen: [4] [11]

4. Audit Trails nach Datenobjekt und Entscheidung prüfen

Bei der Projektanlage beschreibt die 2.8-Hilfe getrennte Einstellungen für Methoden-, Sequenz- und Ergebnis-Audit-Trails. Hinzu kommen Optionen zur Begründung bestimmter Aktionen. Prüfen Sie die benötigten Einstellungen am konkreten Projekt und an tatsächlich erzeugten Daten. Aus dem Vorhandensein eines Menüpunkts folgt nicht, dass jeder relevante Vorgang vollständig aufgezeichnet wird.

Die FDA ordnet die Prüfung aufzeichnungsbezogener Änderungen der Datenprüfung zu. Bestimmen Sie deshalb, welche Ereignisse der Ergebnisprüfer vor seiner Entscheidung sehen muss. Ein eigener Test verändert eine Integrationsvorgabe, speichert einen neuen Ergebnisstand und lässt einen zweiten Benutzer den Ablauf rekonstruieren. Er soll Auslöser, Bearbeitung und Auswirkungen erkennen können. Legen Sie außerdem fest, wie auffällige oder nicht erklärte Ereignisse bewertet werden.

Quellen: [5] [13]

5. Illustrativer Test: manuelle Integration und Methodenänderung

Das selbst entwickelte Beispiel verwendet einen geeigneten Testdatensatz mit einem überlappenden Peak. Vorab dokumentiert das Laborteam die erwartete Auswertung und zulässige Bearbeitung. Es prüft zunächst die eingerichtete automatische Integration und anschließend eine fachlich begründete manuelle Korrektur. Verwenden Sie eine für diesen Test zulässige Methode; Methodengenehmigung und Benutzerrecht müssen zur beabsichtigten Handlung passen.

Für Version 2.8 beschreibt Agilent, dass manuelle Korrekturen in einer Methode oder einer einzelnen Injektion gespeichert sein können. Deshalb ist zusätzlich wichtig, auf welche weiteren Auswertungen eine Korrektur wirkt. Dokumentieren Sie den Ablageort und vergleichen Sie gezielt einen zweiten Datensatz. Die folgenden Erwartungen sind vor dem Test festzulegende Projektkriterien, keine behaupteten Messergebnisse.

Eigene Prüfideen für Integration und Nachverarbeitung
PrüfschrittBeobachtungZu begründendes Akzeptanzkriterium
Analyst ohne IntegrationsrechtVersuch einer manuellen KorrekturDie unzulässige Bearbeitung bleibt gesperrt
Berechtigter Benutzer korrigiert den PeakErgebnisänderung und Begründung nachvollziehenDer neue Stand ist fachlich prüfbar und vom vorherigen unterscheidbar
Korrektur in Methode statt InjektionZweiten passenden Testdatensatz auswertenDie Reichweite der Änderung entspricht der dokumentierten Absicht
Erneute VerarbeitungMethodenbezug und wirksame Korrekturen vergleichenKeine unbeabsichtigte Übernahme oder Entfernung einer Korrektur
Bearbeitung ohne Speichern beendenVerfügbare Ereignisse und Detailgrenzen prüfenDer vereinbarte Review erkennt den prüfpflichtigen Vorgang oder eine bewertete Kontrolllücke

Quellen: [6] [7] [8]

Vertiefung zu diesem Thema:

6. Prüfung, elektronische Signatur und erneute Verarbeitung verbinden

OpenLab CDS 2.8 bietet konfigurierbare Signaturstufen mit Benutzer- und Gruppenzuordnung. Legen Sie fest, welche Stufe welche fachliche Bedeutung besitzt. Prüfen Sie die richtige Zuordnung zum Ergebnisstand, die erlaubten Rollen und einen unzulässigen Signaturversuch. Eine eingerichtete Funktion ist noch keine pauschale Aussage zur Erfüllung sämtlicher anwendbarer Anforderungen.

Die 2.8-Hilfe beschreibt ausdrücklich, dass eine Signatur bei erneuter Verarbeitung signierter Daten nicht übernommen wird. Daraus folgt eine konkrete Prüfaufgabe: Können Benutzer den neuen Stand eindeutig erkennen und erneut prüfen? Kontrollieren Sie auch die Berichtsausgabe. Der sichtbare Bericht muss zum vorgesehenen Ergebnisstand gehören; eine alte Unterschriftsdarstellung darf nicht als Bestätigung einer späteren Bearbeitung missverstanden werden.

Quellen: [9] [8] [11] [15]

Vertiefung zu diesem Thema:

7. Vollständige elektronische Daten statt nur Ergebnis-PDF

Ein chromatographischer Datensatz umfasst mehr als die sichtbare Kurve im Bericht. Die FDA erläutert, warum ein gedrucktes Chromatogramm allein die vollständigen elektronischen Rohdaten einschließlich Kontext nicht abbildet. Ein PDF wird durch sein Dateiformat ebenfalls nicht automatisch zur vollständigen, unveränderbaren Originalaufzeichnung.

Beschreiben Sie deshalb das benötigte Datenpaket für den jeweiligen Ablauf: Rohdaten, relevante Methoden, Proben- und Sequenzangaben, Ergebnisse sowie notwendige Änderungs- und Prüfungsinformationen. Lassen Sie einen fachkundigen Benutzer anhand eines ausgewählten Falls die Qualitätsentscheidung nachvollziehen. Prüfen Sie zusätzlich die Verfügbarkeit nach einem Benutzerwechsel oder dem Ende eines Projekts. Falls Daten exportiert werden, bewerten Sie Inhalt und spätere Nutzbarkeit statt nur die Zahl entstandener Dateien.

Quellen: [14]

8. Ergebnisübergaben und Berichte mit Fehlerfällen prüfen

Bei einer LIMS- oder anderen Ergebnisanbindung zählen Zuordnung und Status ebenso wie der Zahlenwert. Entwickeln Sie beispielsweise einen Test mit zwei ähnlich bezeichneten Proben, unterschiedlichen Verdünnungen und einer erneuten Auswertung. Die Übergabe soll den vereinbarten Datensatz eindeutig zuordnen und den richtigen freigegebenen Stand verwenden.

Ergänzen Sie eine unterbrochene Übertragung und einen erneuten Sendeversuch. Legen Sie vorher fest, wie das Zielsystem doppelte, fehlende oder veraltete Ergebnisse behandelt. Prüfen Sie Einheiten, Dezimaldarstellung und Grenzwertkennzeichnung. Diese Prüfideen setzen keine bestimmte Standard-LIMS-Funktion von OpenLab voraus: Maßgeblich ist die tatsächlich installierte Schnittstelle einschließlich ihrer eigenen Software und Konfiguration.

9. Datenübernahme und Versionswechsel getrennt planen

Ein Produktwechsel von ChemStation oder EZChrom ist kein bloßes Umbenennen einer Installation. Für das Laden von EZChrom-Daten in OpenLab CDS 2.8 nennt Agilent beispielsweise Grenzen bei manuellen Integrationskorrekturen. Diese Aussage ist EZChrom-spezifisch und darf nicht ungeprüft auf ChemStation übertragen werden. Legen Sie für jede Datenart fest, ob sie übernommen, mit einem geeigneten Lesesystem erhalten oder anders kontrolliert verfügbar gemacht wird.

Für OpenLab CDS 3.0 unterscheiden die Release Notes unterstützte direkte Upgradepfade und die Wiederherstellung älterer Backups. Prüfen Sie daher Ausgangsstand und gewählten technischen Weg getrennt. Ein eigener Vergleichsdatensatz sollte kritische Methoden, Berichte, Rollen und Schnittstellen abdecken. Bewerten Sie bekannte Fehler und Änderungen vor der produktiven Nutzung. Abweichende Ergebnisse werden erklärt und entschieden, nicht nachträglich durch ein angepasstes Soll verdeckt.

Quellen: [10] [1] [11]

10. Wiederherstellung und Zusammenarbeit vor dem Start klären

Das Workstation-Handbuch 3.0 beschreibt Software Verification sowie Backup und Restore als eigene Aufgaben. Ein Installationsnachweis beantwortet nicht, ob Ihr Laborprozess richtig eingerichtet ist. Ein erfolgreich beendeter Sicherungslauf beantwortet wiederum nicht, ob ein wiederhergestellter Datensatz fachlich nutzbar bleibt.

Planen Sie einen Wiederherstellungsfall mit repräsentativen Daten und der passenden Umgebung. Prüfen Sie anschließend Methodenbezug, Ergebnisdarstellung und benötigte Historie. Bei Serverarchitekturen sind die Anleitungen der tatsächlich eingesetzten Speicherkomponenten einzubeziehen. Vor dem Projektstart sollte das Team folgende Punkte gemeinsam klären:

  • Vorgesehene Laborprozesse, regulatorische Zuordnung und Ergebnisverantwortliche festgelegt.
  • CDS-Version, Geräte, Treiber, Speicherkomponenten und Zusatzmodule dokumentiert.
  • Methoden, Berechnungen, Berichtsvorlagen und kritische Fehlerfälle ausgewählt.
  • Benutzerrollen, administrative Tätigkeiten und Signaturbedeutungen abgestimmt.
  • Audit-Trail-Einstellungen sowie Ablauf und Umfang des Reviews festgelegt.
  • Schnittstellen, Migration, Aufbewahrung und Wiederherstellung geplant.
  • Testumgebung, geeignete Daten und Mitwirkung von Labor, IT, QA und Herstellerpartner verfügbar.

Quellen: [3] [11]

Häufige Fragen zu Agilent OpenLab CDS

Ist OpenLab CDS bereits durch Agilent für unseren GxP-Einsatz validiert?

Herstellerunterlagen, Installationsnachweise und angebotene Prüfleistungen können wichtige Bausteine liefern. Sie belegen jedoch nicht ohne Weiteres Ihre konkreten Methoden, Rollen, Berichte und Übergaben. Ordnen Sie vorhandene Nachweise Ihren Anforderungen zu und ergänzen Sie die fehlenden Prozessprüfungen. Die dokumentierte Eignungsbewertung des eigenen Einsatzes bleibt eine Aufgabe Ihres Unternehmens.

Quellen: [11]

Sind OpenLab CDS, ChemStation und ECM dasselbe System?

Nein. Halten Sie die genaue Produktbezeichnung und Version jedes Bestandteils fest. OpenLab CDS wird hier eigenständig betrachtet; ChemStation ist nicht einfach ein austauschbarer Name. ECM oder ECM XT kann als Komponente der Datenverwaltung hinzukommen. Für Migration, Betrieb und Wiederherstellung benötigen Sie die zur tatsächlichen Kombination passenden Unterlagen.

Quellen: [2]

Reichen IQ und OQ für die Freigabe des Laborprozesses?

Bewerten Sie zuerst, was diese Nachweise tatsächlich prüfen. Installation und definierte Systemfunktionen sind etwas anderes als Ihr konkret eingerichteter Analyse-, Review- und Übertragungsablauf. Prüfen Sie die Abdeckung Ihrer Anforderungen und ergänzen Sie geeignete Fälle. Eine unabhängig erforderliche Bewertung der analytischen Methode wird dadurch ebenfalls nicht automatisch ersetzt.

Quellen: [11]

Muss jede manuelle Integration grundsätzlich verboten werden?

Ein pauschales Verbot beantwortet nicht die fachliche Frage. Legen Sie zulässige Gründe, berechtigte Rollen und den nachvollziehbaren Umgang mit Ergebnissen fest. Testen Sie erlaubte und unzulässige Bearbeitung sowie deren erkennbare Auswirkungen. Welche Eingriffe methodisch vertretbar sind, muss das Labor fachlich begründen. Die Softwareberechtigung allein entscheidet diese Eignung nicht.

Welche Audit Trails sollte der Ergebnisprüfer ansehen?

Leiten Sie den Umfang aus den relevanten Daten und Entscheidungen ab. Methodenänderungen, Nachverarbeitung und andere aufzeichnungsbezogene Ereignisse können für die Ergebnisbewertung entscheidend sein. Die FDA verknüpft deren Prüfung mit der Datenprüfung. Technische Ereignisse brauchen einen passenden eigenen Umgang. Eine pauschale tägliche Vollprüfung sämtlicher Logs oder ein einmaliger Blick bei der Installation wäre keine ausreichende Begründung.

Quellen: [13]

Bleibt eine elektronische Signatur nach einer Nachverarbeitung gültig?

Für die hier ausgewertete Hilfe 2.8 beschreibt Agilent, dass die Signatur bei erneuter Verarbeitung signierter Daten nicht übernommen wird. Prüfen Sie den konkreten Ablauf Ihrer Version und Konfiguration: Wie wird der neue Stand angezeigt, wer bewertet ihn und wie erfolgt eine erforderliche erneute Bestätigung? Auch exportierte Berichte müssen zum richtigen Stand passen.

Quellen: [8]

Reicht es, Chromatogramme als PDF zu archivieren?

Nicht allein deshalb, weil ein Bericht alle sichtbaren Ergebnisse enthält. Prüfen Sie, welche elektronischen Originalinformationen und Zusammenhänge für die Rekonstruktion benötigt werden. Die FDA weist ausdrücklich auf die Grenzen gedruckter Chromatogramme hin. Bewerten Sie ein Archivierungskonzept anhand vollständiger, verfügbarer und langfristig nutzbarer Records; das PDF-Dateiformat beantwortet diese Anforderungen nicht selbst.

Quellen: [14]

Was sollten wir vor Projektstart zusammenstellen?

Benötigt werden System- und Geräteübersicht, genaue Versionen, Methodenliste, Benutzerrollen sowie Angaben zu Datenspeicherung und Schnittstellen. Ergänzen Sie vorhandene Hersteller- oder Dienstleisterberichte und kritische Laborabläufe. Halten Sie geeignete Testdaten und eine nutzbare Testumgebung bereit. Früh geklärte Datenmigration und Aufbewahrung verhindern, dass wichtige Fragen erst kurz vor der Freigabe auftauchen.

Wer muss in einem kleineren Labor mitarbeiten?

Das Labor legt fachliche Anforderungen und erwartete Ergebnisse fest. IT beziehungsweise Betreiber verantwortet technische Umsetzung und Betrieb. QA bewertet Qualitätsanforderungen und das festgelegte Freigabeverfahren. Hersteller oder Servicepartner liefern Produktwissen und vereinbarte Nachweise. Benennen Sie einen Verantwortlichen für die Abstimmung und reservieren Sie Fachzeit für Methodenbeispiele, Review und die Entscheidung über Befunde.

Was beeinflusst Aufwand und Dauer der OpenLab-CDS-Validierung?

Wichtige Faktoren sind Geräte- und Methodenspektrum, eigene Berechnungen, Speicherarchitektur, Rollenmodell und Schnittstellen. Eine Migration mit älteren Ergebnisformaten kann zusätzliche Vergleichs- und Archivierungsaufgaben auslösen. Hinzu kommen Qualität vorhandener Nachweise, Verfügbarkeit der Testumgebung und Bearbeitung offener Befunde. Planen Sie auf dieser Grundlage konkrete Arbeitspakete; eine feste Dauer aus der Produktbezeichnung wäre nicht belastbar.

Quellen & fachlicher Stand

Systemarchitektur und aktuelle Änderungen wurden anhand der OpenLab-CDS-3.0-Unterlagen geprüft. Detaillierte Bedienbeispiele sind ausdrücklich auf die zitierte Hilfe 2.8 bezogen. Die Übertragbarkeit auf die eigene Version und Konfiguration ist zu bewerten; Prüfbeispiele sind selbst entwickelte Empfehlungen.

  1. Agilent: OpenLab CDS 3.0 Release Notes
  2. Agilent: OpenLab CDS 3.0 Requirements and Supported Instruments
  3. Agilent: OpenLab CDS 3.0 Workstation Installation and Configuration
  4. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: OpenLab CDS roles
  5. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: Add a project
  6. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: Adjust the settings for manual integration
  7. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: Remove manual integration corrections
  8. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: Reprocess the data
  9. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: Signature Settings
  10. Agilent OpenLab CDS Help 2.8: Use existing EZChrom data and methods
  11. Europäische Kommission: EU-GMP Annex 11
  12. Europäische Kommission: EudraLex Volume 4
  13. FDA: Data Integrity and Compliance With Drug CGMP – Questions and Answers
  14. FDA: CGMP Records and Reports – Question 4
  15. eCFR: 21 CFR Part 11

Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.

Daniel Herrmann, Daniel Herrmann Consulting

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