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Business Central: Extensions und Branchenmodule in die Validierung einbeziehen

Ein Branchenmodul kann in Microsoft Dynamics 365 Business Central genau die Funktion liefern, auf die Ihr regulierter Prozess angewiesen ist. Seine Aufnahme in den Microsoft Marketplace belegt jedoch nicht die Eignung Ihrer konkreten Konfiguration und Arbeitsweise. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Erweiterungen samt Abhängigkeiten erfassen, Beiträge von Microsoft und Partnern einordnen und eigene Nachweise auswählen. Ein Beispiel zu Materialentscheidung und Schnittstelle macht die Aufgaben für Fachbereich, IT und Qualitätssicherung greifbar.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste vorab

Ersetzt die Marketplace-Prüfung Ihre GxP-Validierung?

Nein. Microsoft beschreibt die technische Prüfung von Marketplace-Apps vor allem als Beitrag zur Stabilität und Installierbarkeit des Online-Dienstes. Der Nachweis für Ihren GxP-Einsatz muss zusätzlich den vorgesehenen Prozess, die Konfiguration, Rollen, Daten und Schnittstellen abdecken. Geeignete Hersteller- und Partnernachweise können Sie einbeziehen, wenn deren Umfang und Übertragbarkeit geprüft sind.

  • Bewertet wird der relevante Gesamtprozess aus Basisanwendung, Erweiterungen und Datenwegen.
  • Marketplace-Prüfung, technische Kompatibilität und fachliche Eignung sind unterschiedliche Nachweise.
  • App-ID, Version, Herkunft, Abhängigkeiten und tatsächlich eingesetztes Paket gehören zum Bestand.
  • Partner und Anwender müssen Änderungen, Prüfbeiträge und den Betrieb gemeinsam verbindlich regeln.

1. Mit dem Prozess beginnen und die Betriebsform benennen

Fragen Sie zunächst, welche Aufgabe die Erweiterung im regulierten Ablauf übernimmt. Verändert sie eine Materialentscheidung, berechnet sie eine relevante Menge oder überträgt sie benötigte Aufzeichnungen? Die Zahl ihrer Bildschirme sagt darüber wenig aus. Eine kleine Anpassung an einer entscheidenden Buchung kann wichtiger sein als ein umfangreiches rein kaufmännisches Modul.

Die technischen Hinweise dieses Artikels beziehen sich auf Business Central Online und die angegebenen Microsoft-Learn-Seiten. Für On-Premises gelten teils andere Betriebs- und Updatewege. Der regulatorische Schwerpunkt liegt auf GMP-Prozessen für Humanarzneimittel. Übertragen Sie diese Einordnung nicht ungeprüft auf andere Regelbereiche oder auf jede installierte App.

Dokumentieren Sie die relevante Prozessgrenze und die darin enthaltenen Komponenten. Leiten Sie den Nachweisumfang aus deren Auswirkungen ab. Weder der Vertriebsweg Marketplace noch die Bezeichnung kundeneigene Extension ergibt automatisch eine GAMP-Kategorie.

Quellen: [3] [10] [11]

2. Verstehen, was Microsoft tatsächlich prüft

Microsoft beschreibt als primären Zweck der technischen Marketplace-Validierung die Stabilität des Online-Dienstes und die Installierbarkeit beziehungsweise Ausführbarkeit der Apps. Dazu gehören unter anderem Paketinformationen, Abhängigkeiten, Kompilierung und Prüfungen mit AppSourceCop. Diese technischen Prüfungen beantworten keine vollständige fachliche Frage nach Ihrer Materialfreigabe oder Ihrem Aufzeichnungsprozess.

Die Herstelleranleitung zum Extension-Test beschreibt CRONUS-Demodaten als Grundlage der dortigen App-Prüfung. Microsoft weist außerdem darauf hin, dass der Herausgeber für funktionale und logische Prüfungen verantwortlich bleibt. Eine erfolgreiche technische Prüfung ist daher ein begrenzter Nachweis, dessen genaue Bedeutung Sie in Ihrer Lieferantenbewertung festhalten sollten.

Eine im Branchenmodul angebotene Funktion müssen Sie nicht ohne Anlass vollständig neu entwickeln oder jede Herstellerprüfung wiederholen. Prüfen Sie vielmehr, welche Anforderungen passende bestehende Nachweise abdecken und welche Lücken für Ihre Version, Konfiguration und Prozesskombination verbleiben.

Quellen: [1] [2] [6] [10]

3. Ein belastbares Verzeichnis der Erweiterungen aufbauen

Erfassen Sie für jede relevante App Name, Herausgeber, App-ID, Version, verwendete Umgebung, Zweck und zuständigen Partner. Ergänzen Sie die Abhängigkeiten und die Konfiguration, die Ihren Ablauf beeinflusst. Die Seite Manage Apps im Administrationscenter unterstützt den Blick auf installierte Apps und verfügbare Updates. Ein Screenshot allein ersetzt jedoch keine Zuordnung zu Ihren Anforderungen.

Microsoft unterscheidet globale Apps, umgebungsspezifische Per-Tenant Extensions und DEV-Erweiterungen. Für PTEs ist eine wichtige Besonderheit dokumentiert: Gleiche ID und Version können in verschiedenen Umgebungen unterschiedlichen Inhalt haben. Für die Übertragbarkeit eines Testergebnisses sollten Sie deshalb das tatsächliche freigegebene Paket eindeutig zuordnen, beispielsweise über eine kontrollierte Ablage und Prüfsumme.

Berücksichtigen Sie auch Bibliotheks-Apps ohne eigene Oberfläche. Wenn ein Update neue oder geänderte Abhängigkeiten benötigt, kann sich der Prüfgegenstand erweitern. Dokumentieren Sie die zusammengehörige Kombination, statt nur die sichtbar benannte Branchenlösung zu betrachten.

Quellen: [3] [4] [10]

4. Microsoft, Partner und Anwender klar zuordnen

Die folgende Matrix ist ein eigener Vorschlag zur Aufgabenklärung. Sie beschreibt keine pauschale vertragliche Leistung eines bestimmten Anbieters. Stimmen Sie für Ihren Einsatz ab, wer Unterlagen liefert, fachliche Sollwerte festlegt, Fehler untersucht und Entscheidungen trifft. Annex 11 fordert klare Verantwortlichkeiten bei eingesetzten Dritten; die konkrete Vereinbarung muss zu Ihren Leistungen und Datenwegen passen.

Besonders bei mehreren Partnern braucht der Gesamtprozess einen benannten Verantwortlichen. Andernfalls kann jede Komponente isoliert als funktionsfähig gelten, während die Übergabe zwischen ihnen ungeklärt bleibt. Benennen Sie deshalb auch den Ansprechpartner, der ein Problem über Produktgrenzen hinweg koordiniert.

Verantwortungs- und Nachweismatrix für den konkreten Einsatz
GegenstandMicrosoft-BeitragPartnerbeitragAufgabe des Anwenders
Online-PlattformPlattformdokumentation und technische PrüfschritteAbhängigkeiten der gelieferten Lösung erklärenPassende Umgebung und benötigte Nachweise festlegen
Extension-FunktionTechnische Rahmenbedingungen dokumentierenSpezifikation, Versionshinweise und geeignete Testergebnisse liefernAbdeckung eigener Anforderungen bewerten
Eigene KonfigurationVerfügbare Plattformmechanismen beschreibenKonfiguration umsetzen und nachvollziehbar dokumentierenFachliche Sollregeln festlegen und freigeben
SchnittstelleTechnische Schnittstellenmöglichkeiten dokumentierenMapping, Fehlerbehandlung und Integration nachweisenDurchgängiges fachliches Ergebnis beurteilen
Update und StörungServiceinformationen und technische BenachrichtigungenKompatibilität pflegen und Fehlerbehebung koordinierenAuswirkung bewerten und weitere Nutzung entscheiden

Quellen: [1] [6] [10]

5. Vom Partner verwendbare Unterlagen anfordern

Fordern Sie Unterlagen für die tatsächlich eingesetzte Version an: beschriebene Funktionen, Grenzen, Konfigurationsmöglichkeiten, erforderliche Rechte, unterstützte Abhängigkeiten und bekannte Einschränkungen. Für relevante Änderungen sind außerdem Release-Hinweise und nachvollziehbare Ergebnisse der Anbieterprüfung hilfreich. Eine allgemeine Produktbroschüre reicht nicht, um die Bewertung eines konkreten Fehlerrisikos zu begründen.

Beurteilen Sie die Übertragbarkeit: Wurden vergleichbare Abläufe, Daten und Voraussetzungen geprüft? Sind Ergebnisse und Abweichungen erkennbar? Ein Nachweis aus einer anderen Konfiguration kann nützlich sein, muss aber passend eingeordnet werden. Legen Sie fehlende Informationen als konkrete offene Punkte mit Verantwortlichem fest.

Vereinbaren Sie den Lebenszyklus der Lösung: Wer hält sie kompatibel, informiert über Änderungen und unterstützt bei Störungen? Was geschieht bei Partnerwechsel oder Einstellung eines Moduls? Entscheidend ist auch der spätere Zugriff auf benötigte Aufzeichnungen, nicht nur die kurzfristige Installierbarkeit.

Quellen: [6] [10]

6. Beispiel: ein Branchenmodul zur Materialentscheidung prüfen

Angenommen, ein nicht näher benanntes Branchenmodul ergänzt Ihren Prozess um einen Prüfstatus und beeinflusst die Materialverwendung. Das ist ein eigenes fiktives Beispiel, keine zugesicherte Funktion einer bestimmten App. Als fachliche Vorgabe legen Sie fest, dass Material ohne erforderliche Entscheidung in den betroffenen Abläufen nicht verwendet werden darf.

Zeichnen Sie nun sämtliche relevanten Wege: manuelle Buchung, mobile Erfassung, Hintergrundverarbeitung und gegebenenfalls Schnittstelle. Beschreiben Sie, wo die Regel tatsächlich geprüft wird. Eine Sperre in einer einzelnen Eingabemaske ist kein Nachweis dafür, dass ein anderer Buchungsweg dieselbe Entscheidung berücksichtigt.

Führen Sie mit den vorgesehenen Rollen sowohl erlaubte als auch unerlaubte Aktionen aus. Prüfen Sie zudem, was nach einer Korrektur oder Statusänderung mit bereits angelegten Vorgängen geschieht. Die Akzeptanzkriterien müssen vor der Ausführung feststehen; ein technisch erfolgreiches Buchen kann fachlich gerade der Fehler sein.

Eigene Prüfvorschläge für das angenommene Branchenmodul
RisikoGezielter PrüffallFachliches Soll
Regel gilt nur für eine OberflächeDenselben unzulässigen Vorgang über einen anderen freigegebenen Datenweg versuchenDie erforderliche Kontrolle wirkt auch dort
Rechte sind zu weit vergebenNormales Lagerkonto versucht eine vorbehaltene EntscheidungUnzulässige Aktion wird verhindert und sachgerecht behandelt
Einheiten werden falsch übertragenRepräsentative Mengen mit abweichender Einheit durch den Datenweg führenIdentität, Wert und Bedeutung bleiben korrekt
Wiederholung erzeugt doppelte WirkungNach Unterbrechung denselben Vorgang erneut übertragenEin eindeutig geklärter Geschäftsvorgang ohne unbemerkte Dublette
Altvorgang verliert seinen ZusammenhangBestehenden offenen Vorgang nach Extension-Update weiterbearbeitenBenötigte Bezüge und gültige Entscheidung bleiben nachvollziehbar

Quellen: [10]

7. Schnittstellen und Testumgebung passend gestalten

Microsoft dokumentiert, dass ausgehende HttpClient-Aufrufe je Erweiterung freigegeben werden müssen, auch für Bibliotheks-Apps. Ein Aufruf kann bereits vor dem externen Dienst scheitern. Bewerten Sie bei einem Fehler deshalb sowohl Verbindung und Berechtigung als auch die fachliche Verarbeitung im Ziel. Ein erfolgreicher HTTP-Status ist dafür nur ein Teil des Nachweises.

Eine Umgebungskopie bildet nicht jede produktive Einstellung unverändert ab. Die Dokumentation nennt beispielsweise angehaltene Hintergrundaufgaben und zurückgesetzte Integrationseinstellungen. Prüfen Sie deshalb vor der Ausführung die benötigten Datenwege und richten Sie geeignete Testendpunkte ein. Aktivieren Sie keine realen externen Folgeaktionen nur, um einen Testfehler verschwinden zu lassen.

Für einen fachlichen Integrationstest sind repräsentative Rollen und erwartete Ergebnisse wichtiger als die sichtbare Ähnlichkeit zweier Oberflächen. Microsoft nennt bei Unterschieden zwischen Sandbox und Produktion unter anderem Benutzer, Rechte und HTTP-Einstellungen als mögliche Ursachen. Dokumentieren Sie solche Unterschiede und deren Einfluss auf die Aussagekraft Ihrer Ergebnisse.

Quellen: [8] [7] [9] [10]

8. Extension-Updates und Datenänderungen gemeinsam bewerten

Ein neues App-Paket kann zusätzliche Abhängigkeiten oder Aktualisierungen bestehender Apps erfordern. Die dokumentierte technische Kompatibilitätsprüfung für PTEs ersetzt dabei keine fachliche Prüfung Ihres Ablaufs. Klären Sie, welche Änderung an der Extension, ihrer Basisanwendung oder einer abhängigen Bibliothek Anlass für den geplanten Durchlauf ist.

Prüfen Sie bei betroffenen Datenstrukturen auch vorhandene Daten und offene Vorgänge. Ein erfolgreicher Neuvorgang nach Installation zeigt nicht, ob frühere Aufzeichnungen ihre Bedeutung behalten oder ein offener Auftrag korrekt fortgeführt wird. Wählen Sie passende repräsentative Datensätze und vergleichen Sie fachliche Sollwerte vor und nach der Änderung.

Vereinbaren Sie, wer technische Inkompatibilitätsmeldungen empfängt und bearbeitet. Microsoft weist darauf hin, dass inkompatible Erweiterungen unter bestimmten Updatebedingungen entfernt werden können. Dauerhaft auf einem alten Stand zu bleiben ist deshalb kein verlässliches Betriebskonzept. Bereiten Sie mit dem Partner einen tragfähigen Umgang mit Störungen und nötigen Ersatzabläufen vor.

Quellen: [4] [5] [6] [10]

9. Die getestete Kombination nachvollziehbar freigeben

Der Abschluss sollte die tatsächlich bewertete Kombination aus Business-Central-Stand, App-Paketen, Konfiguration und Datenwegen nennen. Verknüpfen Sie Anforderungen, verwendete Anbieterbelege, eigene Ergebnisse und Abweichungen. Dokumentieren Sie die fachliche Entscheidung über die weitere Nutzung einschließlich eventueller Einschränkungen.

Prüfen Sie bei der Übertragung in die Produktion, ob genau diese Kombination eingesetzt wird und notwendige Umgebungsunterschiede berücksichtigt sind. Ein anderes Paket mit gleicher Anzeigenummer oder eine zusätzliche Bibliothek kann die bisherige Bewertung verändern. Das verlangt eine begründete Neubewertung der Auswirkung, nicht automatisch einen vollständigen Neustart.

Legen Sie anschließend Zuständigkeiten für Störungsmeldung, Änderungen und regelmäßige Bewertung fest. Wenn eine Erweiterung relevante Aufzeichnungen beeinflusst, berücksichtigen Sie auch deren erforderlichen Änderungsnachweis und Aufbewahrung. Diese Kontrollen folgen dem konkreten Prozess; die Installation einer App erzeugt keine pauschale Pflicht zur Protokollierung jedes Feldes.

Quellen: [3] [10]

10. Mitwirkung und Aufwand vor Beginn klären

Für die Planung sollten Fachbereich, Qualitätssicherung, Systembetreuer und relevante Partner zusammenkommen. Der Fachbereich bestimmt das erwartete Ergebnis; technische Ansprechpartner erklären die Umsetzung und Datenwege. Wer beides allein dem jeweils anderen überlässt, erhält leicht einen erfolgreichen Installationstest ohne beantwortete Prozessfrage.

Den Aufwand bestimmen vor allem unbekannte Abhängigkeiten, kundeneigene Logik, Schnittstellen, Datenqualität und fehlende Nachweise. Eine übersichtliche App-Liste hilft, ist aber keine Aufwandsschätzung. Ermitteln Sie zuerst einen repräsentativen vollständigen Ablauf und die offenen Entscheidungen. Daraus lassen sich Arbeitspakete und benötigte Mitwirkung belastbarer ableiten.

  • Betriebsform, Plattformstand und relevante Prozesse festhalten.
  • Alle benötigten Apps mit Herkunft, Identität, Version und tatsächlichem Paket erfassen.
  • Bibliotheken, Abhängigkeiten und kundeneigene Einstellungen zuordnen.
  • Herstellernachweise auf konkreten Umfang und Übertragbarkeit prüfen.
  • Fachliche Sollwerte, Rollen und Fehlerfälle vor dem Test festlegen.
  • Testumgebung und sichere Gegensysteme geeignet vorbereiten.
  • Bestehende Daten und offene Vorgänge bei Updates berücksichtigen.
  • Abweichungen, Nutzungsentscheidung und Betriebsverantwortung dokumentieren.

Quellen: [10]

Häufige Fragen zu Business-Central-Extensions

Belegt ein Marketplace-Eintrag bereits die GxP-Eignung?

Nein. Microsoft beschreibt die technische Validierung mit einem Schwerpunkt auf Stabilität und technischem Verhalten im Online-Dienst. Das ist ein begrenzter Beitrag. Die Eignung Ihres regulierten Einsatzes hängt zusätzlich von Anforderungen, Konfiguration, Daten und Betrieb ab. Prüfen Sie deshalb, welche Nachweise tatsächlich vorliegen und welche Fragen zu Ihrem Prozess damit noch nicht beantwortet werden.

Quellen: [1] [10]

Welche Erweiterungen gehören in den Validierungsumfang?

Alle Komponenten und Abhängigkeiten, die Ihren relevanten Prozess oder dessen benötigte Daten beeinflussen können, gehören zunächst in die Bewertung. Das umfasst gegebenenfalls Bibliotheks-Apps ohne eigene Oberfläche. Daraus folgt nicht derselbe Prüfaufwand für jede App. Begründen Sie, welche Anforderungen betroffen sind und welche vorhandenen oder zusätzlichen Nachweise dafür geeignet sind.

Quellen: [3] [10]

Reichen App-ID und Versionsnummer zur Identifikation?

Nicht in jedem Fall. Microsoft dokumentiert, dass PTEs mit gleicher ID und Version in unterschiedlichen Umgebungen verschiedene Inhalte haben können. Ordnen Sie deshalb auch die Umgebung und das tatsächlich eingesetzte Paket eindeutig zu. Eine kontrollierte Paketablage mit nachvollziehbarer Herkunft und Prüfsumme ist ein möglicher eigener Ansatz, um getesteten und produktiven Stand vergleichbar zu machen.

Quellen: [3]

Wer trägt welche Verantwortung: Microsoft, Partner oder Anwender?

Microsoft beschreibt technische Plattform- und Marketplace-Prüfungen. Der Herausgeber muss seine Erweiterung pflegen und funktional beziehungsweise logisch prüfen. Der regulierte Anwender bewertet den vorgesehenen Einsatz und die Übertragbarkeit der Nachweise. Konkretisieren Sie Lieferumfang, Zuständigkeiten und Zusammenarbeit vertraglich. Besonders bei mehreren Partnern braucht der vollständige Prozess einen Ansprechpartner für übergreifende Störungen.

Quellen: [1] [6] [10]

Welche Unterlagen sollten wir vom Branchenpartner verlangen?

Sinnvoll sind versionsbezogene Funktionsbeschreibung, Voraussetzungen, Abhängigkeiten, relevante Einstellungen, Rechte, bekannte Grenzen und geeignete Prüfergebnisse. Bei Änderungen kommen konkrete Release-Hinweise hinzu. Entscheidend ist die Verwendbarkeit für Ihre Anforderungen. Ein allgemeines Zertifikat oder eine pauschale Kompatibilitätsaussage ersetzt keine nachvollziehbare Erklärung, welche Kombination und welcher Ablauf tatsächlich untersucht wurden.

Quellen: [10] [6]

Müssen wir sämtliche Herstellertests wiederholen?

Nicht pauschal. Bewerten Sie zuerst Qualität, Umfang und Übertragbarkeit der verfügbaren Nachweise. Geeignete Ergebnisse können bestimmte Anforderungen bereits abdecken. Eigene Prüfungen konzentrieren sich dann auf verbleibende Risiken, Konfiguration, Prozesskombination und relevante Fehlerwege. Unklare oder nicht verfügbare Lieferantennachweise dürfen dabei nicht als stillschweigend bestanden behandelt werden.

Quellen: [10]

Warum ist ein erfolgreicher Sandbox-Test nicht immer übertragbar?

Die Testumgebung kann andere Pakete, Rechte, Daten und Integrationseinstellungen haben. Microsoft beschreibt außerdem besondere Eigenschaften von Sandbox-Umgebungen und Änderungen bei Kopien. Gleichen Sie deshalb die für Ihren Prüffall relevanten Voraussetzungen mit der Produktion ab. Dokumentierte Unterschiede können akzeptabel sein, solange ihre Bedeutung bewertet und erforderliche ergänzende Nachweise vorhanden sind.

Quellen: [7] [9] [10]

Was sollten wir an einer Schnittstelle konkret testen?

Prüfen Sie, ob Identität, Wert und Bedeutung der benötigten Daten richtig ankommen und verarbeitet werden. Wählen Sie passend zum Risiko auch ungültige Eingaben, Unterbrechung, Wiederholung und Korrektur. Berücksichtigen Sie Benutzerrechte und technische Freigaben der beteiligten Extensions. Der bloße Erfolg eines Aufrufs oder eine leere Fehlerliste beantwortet die fachliche Frage noch nicht.

Quellen: [8] [9] [10]

Wie prüfen wir ein Extension-Update?

Bewerten Sie die Änderung einschließlich Abhängigkeiten und wählen Sie daraufhin passende Regressionstests. Denken Sie neben Neuvorgängen an vorhandene Daten und offene Prozesse. Ordnen Sie die Ergebnisse dem tatsächlich getesteten Paket zu. Technische Kompatibilitätsprüfungen unterstützen den Ablauf, nehmen Ihnen aber die Entscheidung über die fachliche Nutzbarkeit Ihrer Konfiguration nicht ab.

Quellen: [4] [5] [10]

Was muss ein KMU vorbereiten und wodurch entstehen Aufwand und Dauer?

Benötigt werden ein beschriebener Prozess, die relevante App-Kombination, verfügbare Partnerunterlagen und Personen, die Sollwerte sowie Ergebnisse beurteilen können. Fachbereich, Qualitätssicherung, IT und betroffene Partner müssen ihre Beiträge einplanen. Aufwand entsteht besonders durch unbekannte Anpassungen, Datenwege und Nachweislücken. Eine feste Dauer oder ein Preis allein anhand der Anzahl installierter Apps wäre nicht belastbar.

Quellen: [10]

Quellen & fachlicher Stand

Quellenstand: 6. Oktober 2026. Die Herstellerhinweise betreffen Business Central Online und die jeweils beschriebenen App-Typen. Konkrete Plattform- und App-Versionen, Lizenzierung und Partnerleistungen sind für den eigenen Einsatz abzugleichen. Matrix, Prüffälle und Branchenmodul sind eigene illustrative Beispiele; es wird keine bestimmte Partner-App bewertet. Regulatorischer Schwerpunkt: GMP-Prozesse für Humanarzneimittel.

  1. Microsoft Learn: Technical validation für Business-Central-Marketplace-Apps
  2. Microsoft Learn: Testing your extension
  3. Microsoft Learn: Extension types and scope
  4. Microsoft Learn: Managing Apps
  5. Microsoft Learn: Update Lifecycle for Customizations of Business Central Online
  6. Microsoft Learn: Maintain Marketplace apps and Per-Tenant extensions in Business Central online
  7. Microsoft Learn: Production and sandbox environments
  8. Microsoft Learn: Call external services with the HttpClient data type
  9. Microsoft Learn: Troubleshooting web service errors
  10. Europäische Kommission: EU-GMP Annex 11, Computerised Systems
  11. Europäische Kommission: EudraLex Volume 4, geltende GMP-Leitlinien

Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.

Daniel Herrmann, Daniel Herrmann Consulting

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