IT-Systeme · Praxisleitfaden

Thermo Scientific Xcalibur validieren: den Messlauf und seinen Datenkontext beherrschen

Eine Sequenz ist gespeichert, die Methode liegt am bekannten Ort und das Gerät ist erreichbar. Trotzdem bleibt zu klären, mit welchen Parametern der nächste Lauf wirklich startet und wo seine Bearbeitung nachvollziehbar bleibt. Bei Xcalibur kommen unterschiedliche Softwarekomponenten und ältere Auswertungswege hinzu. Dieser Leitfaden zeigt Labor, QA und IT, wie Sie den realen Erfassungsweg abgrenzen, einen Versionswechsel bewerten und konkrete Prüffälle mit unabhängigem Soll vorbereiten.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste vorab

Was ist bei der Validierung von Xcalibur entscheidend?

Entscheidend ist die Eignung Ihrer konkreten Kombination aus Xcalibur, Foundation, Instrumentensteuerung, Auswertung und Datenablage. Sie prüfen, ob Probe, tatsächlich wirksame Sequenzparameter, Methodenstand, Rohdatei und verantwortlicher Benutzer zusammenpassen. Bei Versionswechseln kommen historische Auswertungen und Audit-Informationen hinzu. Herstellerbelege werden nach ihrer Abdeckung genutzt; offene Übergänge prüfen Sie gezielt. Eine gespeicherte Sequenz oder ein erfolgreich installiertes Update belegt die betriebliche Eignung noch nicht.

  • Sequenzwerte können die wirksamen Methodenparameter beeinflussen.
  • Foundation, Treiber und Auswertung gehören in die Systembeschreibung.
  • Historische Audit-Daten und neue Ereigniserfassung sind getrennt zu prüfen.
  • Quan Browser und Processing Setup besitzen im dokumentierten Stand besondere Supportgrenzen.

Xcalibur beginnt beim konkreten Geräte- und Softwareverbund

Thermo Scientific Xcalibur verbindet Instrumentenmethoden, Sequenzen und Datenerfassung. Foundation unterstützt unter anderem die Instrumentenkonfiguration. Hinzu kommen Instrument Control Software, LC-Treiber, Firmware und Auswertungsprogramme. Für die Validierung benötigen Sie diese tatsächliche Kombination, nicht nur den Namen der Bedienoberfläche.

Die hier verwendeten Release Notes beschreiben Xcalibur 4.7 SP1, Build 4.7.102.25, mit Foundation 3.1 SP10 und FreeStyle 1.8 SP2 QF1. Das ist ein dokumentierter Paketstand, keine Empfehlung für jedes Gerät und keine Behauptung des neuesten verfügbaren Patches. Stimmen Sie die Zielkombination mit der passenden Herstellerdokumentation ab.

Das Konfigurationshandbuch vom Juli 2025 betrifft ausdrücklich TSQ Series II und Orbitrap Tribrid Series. Seine Installations- und Kontenhinweise gelten nicht automatisch für jede andere Xcalibur-Anlage. Erfassen Sie deshalb Gerätefamilie und Betriebsszenario gemeinsam mit den Softwareständen. Eine allgemeine Labor-PC-Liste ist dafür zu grob.

Quellen: [1] [2] [3]

Welche Laborentscheidung soll das System unterstützen?

Als regulatorisches Beispiel dient die Qualitätskontrolle von Humanarzneimitteln. Dafür beschreibt Annex 11 der EU-GMP-Leitlinie den Umgang mit computergestützten GMP-Tätigkeiten. Der aktuelle EudraLex-Index führt die Revision Januar 2011. Die Einordnung folgt der tatsächlichen Tätigkeit; sie wird nicht allein durch ein Massenspektrometer ausgelöst.

Definieren Sie die Verbindung zwischen Probe, Messauftrag und Entscheidung. Wird ein Ergebnis für Identität, Gehalt, Verunreinigungen oder eine andere Bewertung verwendet? Welche Informationen braucht der Prüfer, um diesen Befund zu verstehen? Daraus entstehen konkrete Anforderungen an Sequenz, Methode, Datei und Ergebnisdarstellung.

Die analytische Methodenvalidierung und die Eignung des Datensystems beantworten unterschiedliche Fragen. Ebenso ist eine erfolgreiche Gerätequalifizierung kein vollständiger Nachweis des elektronischen Datenwegs. Falls FDA-relevante Aufzeichnungen betroffen sind, prüfen Sie Part 11 anhand des konkreten Aufzeichnungs- und Einreichungskontexts. Eine pauschale FDA-Konformität des Produktnamens ist daraus nicht ableitbar.

Quellen: [5] [6] [7] [8]

Komponenten und Lebenszyklus sichtbar machen

Diese Arbeitshilfe verbindet den dokumentierten Produktstand mit den Aufgaben Ihres Labors. Ergänzen Sie je Zeile die tatsächliche Installation, den Verantwortlichen und vorhandene Belege. So lässt sich entscheiden, welcher Nachweis übernommen werden kann und welcher Übergang noch geprüft werden muss.

Besonders relevant sind die Release-Hinweise zu Quan Browser und Processing Setup: Beide bleiben in 4.7 SP1 zugänglich, erhalten aber keine weitere Unterstützung oder Aktualisierung. Daraus folgt keine pauschale Abkündigung der gesamten Xcalibur-Software. Es entsteht jedoch ein konkreter Planungsbedarf, wenn Ihr Labor diese Auswertungswege weiterhin benötigt.

Eigene Arbeitshilfe: Komponenten, Aufgaben und Übergangsfragen
KomponenteDokumentierter BezugKonkrete Frage im Projekt
Xcalibur4.7 SP1; Sequenz- und ErfassungsworkflowPassen Probe, wirksame Parameter und erzeugte .raw-Datei zusammen?
Foundation3.1 SP10 im beschriebenen PaketWie funktionieren tatsächliche Benutzerverwaltung und neue Audit-Erfassung?
Gerätesteuerung und TreiberGeräteabhängige ICSW-, LC-Treiber- und FirmwarekombinationIst die vorgesehene Kombination für das konkrete Instrument belegt?
Quan Browser / Processing SetupWeiter zugänglich, ab 4.7 SP1 ohne weitere Unterstützung/UpdatesWelche Bestandsprozesse hängen davon ab und wie wird ihr Übergang bewertet?
FreeStyle / optional ArdiaEigene Auswertungs- beziehungsweise DatenweggrenzeWelche Funktion übernimmt der tatsächlich eingesetzte Baustein und welche Informationen benötigt er?

Quellen: [1] [3] [2] [6]

Die gespeicherte Methode ist nicht immer der wirksame Wert

Der Quick Start beschreibt Sequenzangaben wie Methodenpfad, Vial, Dateiname und Injektionsvolumen. Das Sequenzvolumen kann den Wert aus der Instrument Method überschreiben. Prüfen Sie deshalb den wirksamen Parameter im tatsächlichen Laufkontext. Die bloße Kontrolle einer Methodendatei kann eine abweichende Sequenzvorgabe übersehen.

Legen Sie fest, welche Änderungen zulässig sind und wer sie vornehmen darf. Für einen empfindlichen Parameter kann eine zusätzliche Prüfung vor der Ausführung erforderlich sein. Ob sie technisch oder organisatorisch erfolgt, wird anhand des Risikos und ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit entschieden. Ein vorhandenes Verfahren ist noch kein Beleg, dass eine ungeeignete Konfiguration dadurch ausreichend beherrscht wird.

Der Guide beschreibt außerdem das Speichern einer Sequenz mit Validierungsfehlern zur späteren Bearbeitung. Gespeichert und ausführungsbereit sind daher verschiedene Zustände. Prüfen Sie, wie ein Bearbeiter offene Fehler erkennt, welche Startbedingungen gelten und wie ein Prüfer die tatsächlich verwendete Sequenz nachvollzieht.

Quellen: [2] [6]

Illustrativer Prüffall: 2 oder 5 Mikroliter?

Das folgende Sollbeispiel ist vollständig konstruiert. Es ist weder ein Kundenfall noch ein ausgeführter Gerätetest. Für die fiktive Probe P17 ist die Methode M1 mit 2 µl vorgesehen. Die angenommene Konzentration beträgt 20 ng/µl. Eine kontrollierte Testvariante trägt im Sequenzfeld 5 µl ein, obwohl die fachliche Vorgabe unverändert bleibt.

Rechnerisch entsprechen 2 µl × 20 ng/µl einer nominalen Menge von 40 ng. Mit 5 µl ergeben sich 100 ng, also 60 ng mehr und das 2,5-Fache. Das sind ausschließlich theoretische Eingangsgrößen. Daraus wird weder eine gemessene injizierte Menge noch eine lineare Detektorantwort abgeleitet.

Jeder Teilfall beginnt mit einer festgelegten Kopie der Ausgangssequenz S17. Nach einem Fehlerfall wird dieser Ausgangszustand wiederhergestellt. Die Tabelle definiert erwartete Entscheidungen; tatsächliche Beobachtungen, Protokolle und Abweichungen werden bei der späteren Prüfung ergänzt.

Illustrativer Sollfall S17: Parameter, Zuordnung und Startbereitschaft
TeilfallVorgegebene DatenErwartetes Soll
Vorgesehener LaufP17, M1, Vial A1, 2 µl, 20 ng/µlNominal 40 ng; tatsächlichen Parameter und Verbindung zu P17.raw belegen.
Nicht vorgesehener SequenzwertM1 bleibt 2 µl; Sequenzfeld enthält 5 µlNominal 100 ng; Abweichung vor der produktiven Nutzung erkennen und klären, technische Sperre nicht unterstellen.
Gleicher Zahlenwert, falsche Probe2 µl, aber P18 statt P17Zuordnungsprüfung nicht bestanden; korrekte Menge kompensiert falsche Identität nicht.
Gespeichert mit ValidierungsfehlerS17 mit bewusst erzeugtem und dokumentiertem FehlerDatei darf nicht allein wegen erfolgreicher Speicherung als ausführungsbereit gelten; definierte Fehlerbehandlung prüfen.
Kontrollierter NeubeginnAusgangszustand S17/M1/P17 nach jedem TeilfallNächste Prüfung startet ohne unbeabsichtigt übernommenen 5-µl-Wert; Zustandsvergleich dokumentieren.

Quellen: [2] [6]

Historische Audit-Daten und neue Aufzeichnung getrennt prüfen

Für 4.7 SP1 beschreiben die Release Notes das Ende neuer Einträge in die bisherige Microsoft-Access-Audit-Datenbank. Vorhandene Einträge bleiben lesbar. Für Oracle 19c begrenzen sie die Unterstützung auf Oracle Server und Client am selben Xcalibur-Datensystem-PC. Klären Sie die genaue Architektur anhand des Administrationshandbuchs für Ihr Zielsystem.

Daraus folgen zwei eigenständige Nachweise. Erstens muss ein benötigter historischer Vorgang weiterhin verstanden werden können. Zweitens muss ein neu erzeugtes relevantes Ereignis im vorgesehenen neuen Weg erscheinen. Das erfolgreiche Öffnen eines alten Eintrags beweist nicht die Aufzeichnung neuer Änderungen; der umgekehrte Schluss ist ebenso unzulässig.

Bereiten Sie dafür ein benanntes altes Ereignis und eine gezielte neue Änderung vor. Legen Sie erwartete Angaben, zulässigen Zugriff und Zusammenhang zum betroffenen Objekt fest. Prüfen Sie auch den verwendeten Such- und Filterumfang. Der konkrete Review richtet sich nach der Bedeutung für den Laborprozess, nicht nach einer pauschalen Pflicht, jedes verfügbare Ereignis bei jedem Datensatz anzusehen.

Quellen: [1] [6] [7]

Vertiefung zu diesem Thema:

Technische Konten von persönlicher Verantwortung unterscheiden

Das gerätespezifische Konfigurationshandbuch behandelt das technische Konto Xcalibur_System im Zusammenhang mit bestimmten Foundation-Ständen. Solche Installationshinweise dürfen nicht pauschal als Auftrag zur Änderung sämtlicher vorhandenen Konten gelesen werden. Verwenden Sie die passende Herstellerprozedur und bewerten Sie betroffene Dienste vor einer Anpassung.

Für die fachliche Nachvollziehbarkeit bleibt eine andere Frage zu beantworten: Wer hat einen Messlauf angelegt, eine wirksame Vorgabe verändert oder ein Ergebnis bewertet? Prüfen Sie die Zuordnung mit den tatsächlich eingesetzten Benutzerrollen. Technischer Dienstbetrieb und individuelle Verantwortlichkeit müssen zusammen verständlich sein.

Definieren Sie außerdem die Bedeutung einer Bestätigung im vorgesehenen Prozess. Ein Statuswechsel oder ein Login wird nicht allein durch seine Darstellung zur geeigneten elektronischen Signatur. Ob eine Signatur erforderlich ist und welche Anforderungen gelten, hängt vom konkreten Vorgang und Regelbereich ab. Eine pauschale Signaturpflicht für jede Xcalibur-Messung wird daraus nicht abgeleitet.

Quellen: [3] [1] [6] [8]

Lokale Daten und Ardia brauchen ihren eigenen Nachweis

Der Quick Start beschreibt eine optionale Ardia-Anbindung mit Registrierung und Anmeldung. Wird Ardia Path gewählt, ist der Parameter Processing Method im dargestellten Workflow nicht verfügbar. Der Datenweg verändert damit mehr als einen Ablageort. Unterstellen Sie keine vollständige Funktionsgleichheit mit dem lokalen Ablauf.

Beschreiben Sie für den tatsächlich eingesetzten Weg, wann Daten als übertragen gelten, wer sie erreichen kann und welche Verarbeitung danach vorgesehen ist. Ein sichtbarer Dateiname reicht als Übernahmenachweis nicht immer aus. Wählen Sie einen Laborfall und verfolgen Sie seine benötigten Informationen bis zum vorgesehenen Prüfer.

Bei Unterbrechungen legen Sie fest, wie unklarer Übertragungsstatus erkannt und geklärt wird. Automatisches Wiederholen oder nahtloser Wiederanlauf sind ohne passenden Herstellerbeleg keine vorausgesetzten Funktionen. Für Backup, Wiederherstellung und Archivierung bestimmen Sie den benötigten Datenzusammenhang und die geltende Aufbewahrungsdauer. Ein PDF-Bericht ersetzt ihn nur, soweit er den tatsächlich erforderlichen Nachweis abdeckt.

Quellen: [2] [6] [7]

Versionswechsel und Sicherheitsmaßnahmen zusammen planen

Eine Hersteller-Sicherheitsmitteilung vom 22. Januar 2025 behandelt CVE-2024-55957 im Foundation-Kontext. Sie nennt Foundation 3.1 SP10 und Xcalibur 4.7 SP1 als korrigierte Stände und verweist zusätzlich auf Maßnahmen über den technischen Support. Ob Ihre Installation betroffen ist, ergibt sich erst aus ihrem Bestand.

Ein Updateprojekt sollte daher sowohl den vorgesehenen Laborbetrieb als auch die konkret zutreffenden Sicherheitshinweise berücksichtigen. Legen Sie fest, welche Herstellermaßnahmen gelten, welche Komponenten verändert werden und welche Prüfungen die wesentlichen Übergänge abdecken. Die bloße Installation einer Versionsnummer ist kein vollständiger Nachweis der Sicherheits- oder Betriebseignung.

Prüfen Sie vorhandene Lieferantentests auf ihre tatsächliche Passung. Ergänzen Sie relevante Sequenz-, Auswertungs- und Datenfälle, statt ohne Begründung alles zu wiederholen. Für abhängige Legacy-Auswertungen braucht es eine nachvollziehbare Entscheidung über weitere Nutzung oder Ablösung. Ein pauschaler Wechsel zu Chromeleon oder TraceFinder wäre ohne Prüfung von Daten, Methoden und Arbeitsabläufen ebenso unzureichend.

Quellen: [4] [1] [6]

Vertiefung zu diesem Thema:

Vorbereitung für Labor, QA und IT

Benennen Sie vor dem Projekt die fachliche Verantwortung für Methoden und Ergebnisse sowie die technische Verantwortung für Komponenten und Betrieb. Das Labor liefert repräsentative Sequenzen und Daten. IT klärt Konten, Dienste, Ablage und Wiederherstellung. QA und die zuständigen Prozesseigner helfen, Anforderungen, Befundbehandlung und Nutzungsentscheidung festzulegen.

Der Aufwand wächst vor allem mit unterschiedlichen Gerätepaketen, Abhängigkeiten von Legacy-Auswertung und Änderungen der Audit- oder Speicherarchitektur. Gute Herstellerbelege und nachvollziehbare Bestandsdaten können Aufgaben eingrenzen. Ein Preis oder Termin allein aus dem Namen Xcalibur wäre deshalb nicht belastbar. Die folgende Checkliste hilft, die benötigten Informationen früh zusammenzuführen.

  • Sind Gerät, Xcalibur, Foundation, ICSW, Treiber und Firmware mit passenden Ständen erfasst?
  • Sind Methodenwerte und mögliche Sequenz-Overrides verständlich und kontrolliert?
  • Sind zulässige Rollen und technische Konten unterschieden?
  • Sind historische Audit-Nutzung und neue Ereigniserfassung separat nachgewiesen?
  • Sind Quan-Browser-/Processing-Setup-Abhängigkeiten bewertet?
  • Ist der tatsächlich verwendete lokale oder Ardia-Datenweg einschließlich Fehlerbehandlung beschrieben?
  • Sind Änderungsprüfung, Sicherheitsmaßnahmen, Aufbewahrung und Betriebsverantwortung zugeordnet?

Quellen: [3] [1] [2] [6]

Häufige Fragen zu Thermo Scientific Xcalibur

Ist Xcalibur 4.7 SP1 automatisch der richtige Zielstand für unser Labor?

Nein. Die dokumentierte Version liefert einen konkreten Bezugspunkt, aber keine universelle Empfehlung. Entscheidend sind Gerätefamilie, Steuerungssoftware, Treiber, Firmware, Datenhaltung und benötigte Auswertung. Prüfen Sie die passende Kompatibilitätsgrundlage und relevante Herstellerhinweise. Ein aktuellerer oder bekannter Paketname ersetzt keine Entscheidung für Ihre tatsächliche Kombination und deren vorgesehenen Zweck.

Quellen: [1] [3] [6]

Ist die gesamte Xcalibur-Software abgekündigt?

Das folgt aus den betrachteten Unterlagen nicht. Die Release Notes zu 4.7 SP1 nennen ausdrücklich Quan Browser und Processing Setup als weiterhin zugänglich, aber nicht mehr unterstützt oder aktualisiert. Bewerten Sie, ob Ihre Prozesse davon abhängen. Diese komponentenspezifische Grenze darf weder ignoriert noch als pauschale Abkündigung sämtlicher Xcalibur-Funktionen dargestellt werden.

Quellen: [1]

Warum muss das Injektionsvolumen in der Sequenz geprüft werden?

Der Quick Start beschreibt, dass ein Sequenzwert den Wert der Instrument Method überschreiben kann. Deshalb kann die richtige Methodendatei allein einen abweichenden Laufparameter nicht ausschließen. Prüfen Sie den konkreten Geräteworkflow und die wirksame Vorgabe. Legen Sie zulässige Änderungen und Kontrollen fest, statt jeden Override als Fehler oder jede gespeicherte Änderung als erlaubt einzustufen.

Quellen: [2] [6]

Belegt eine gespeicherte Sequenz, dass der Lauf starten darf?

Nein. Der Guide beschreibt ausdrücklich das Speichern mit Validierungsfehlern für spätere Bearbeitung. Trennen Sie daher Dateispeicherung und fachliche beziehungsweise technische Startbereitschaft. Definieren Sie, wie offene Fehler erkannt und behandelt werden. Welche konkrete Sperre das System setzt, muss für den verwendeten Fall geprüft werden; eine automatische Sperre für jede fehlerhafte Konstellation wird hier nicht unterstellt.

Quellen: [2] [6]

Können alte Access-Audit-Einträge weiterhin verwendet werden?

Die Release Notes nennen ihre fortbestehende Lesbarkeit. Ob sie einen konkreten historischen Vorgang ausreichend belegen, hängt von Inhalt, Zuordnung und Zugriff ab. Prüfen Sie einen repräsentativen Fall. Zusätzlich ist die neue Ereigniserfassung separat nachzuweisen, weil der dokumentierte Stand keine neuen Einträge in die bisherige Access-Audit-Datenbank schreibt. Lesbarkeit allein belegt keine vollständige Migration.

Quellen: [1] [6] [7]

Darf ein technisches Konto den persönlichen Benutzer ersetzen?

Ein technisches Konto kann eine dokumentierte Betriebsaufgabe erfüllen. Es beantwortet jedoch nicht automatisch, welcher Mitarbeiter eine relevante Handlung vorgenommen hat. Prüfen Sie deshalb die Zusammensetzung aus Dienstbetrieb, Anmeldung und fachlicher Aufzeichnung. Änderungen am Konto folgen der passenden Herstellerprozedur. Eine pauschale Löschung oder pauschale Akzeptanz wäre ohne Betrachtung der tatsächlichen Installation nicht begründet.

Quellen: [3] [6]

Benötigt jede Ergebnisfreigabe eine elektronische Signatur?

Eine universelle Aussage ist nicht möglich. Bestimmen Sie, welche Entscheidung gemeint ist, welche Vorgaben gelten und ob eine elektronische Signatur Bestandteil des geregelten Verfahrens ist. Eine technische Bestätigung ist nicht automatisch gleichbedeutend mit dieser Entscheidung. Prüfen Sie gegebenenfalls Bedeutung, Benutzerzuordnung und Datensatzbezug; spezielle Chargenzertifizierungsanforderungen dürfen nicht pauschal auf jede Laborhandlung übertragen werden.

Quellen: [6] [8]

Ist Ardia nur ein anderer Speicherpfad?

Nein, der beschriebene Workflow bringt eigene Zugangs- und Funktionsgrenzen mit. Der Quick Start nennt Registrierung und Anmeldung sowie die fehlende Verfügbarkeit von Processing Method bei ausgewähltem Ardia Path. Prüfen Sie den tatsächlichen Datenfluss einschließlich Übernahme, Berechtigung und Folgeverarbeitung. Daraus wird keine Aussage abgeleitet, dass Ardia in jeder Installation vorhanden oder gleich lizenziert ist.

Quellen: [2]

Reicht das genannte Sicherheitsupdate als Validierungsnachweis?

Nein. Die Sicherheitsmitteilung betrifft eine bestimmte Schwachstelle und verweist neben korrigierten Versionen auf zusätzliche Unterstützung durch den Hersteller. Bewerten Sie die Betroffenheit und die passenden Maßnahmen. Für den geregelten Laborbetrieb benötigen Sie weiterhin die anwendungsbezogenen Nachweise. Umgekehrt sollte eine fachliche Validierungsprüfung konkrete Sicherheitsinformationen nicht aus ihrem Änderungsumfang ausblenden.

Quellen: [4] [6]

Welche Informationen machen den Validierungsaufwand abschätzbar?

Stellen Sie Komponenten und Geräte, vorhandene Auswertungswege, Sequenzbeispiele, Datenablage, Rollen und bisherige Nachweise zusammen. Benennen Sie geplante Änderungen, Legacy-Abhängigkeiten und bekannte Vorfälle. Damit können offene Übergänge und nutzbare Herstellerbelege bewertet werden. Die Anzahl der Instrumente allein bestimmt weder den Aufwand noch die Testzahl; entscheidend sind unterschiedliche Abläufe und ihre tatsächlichen Nachweisbedarfe.

Quellen: [1] [3] [6]

Quellen & fachlicher Stand

Stand 6. Oktober 2026. Produktbezug: Xcalibur 4.7 SP1, Release Notes B51002737 Rev. A2 und Quick Start B51002734 Rev. A, Copyright 2024; gerätespezifisches Konfigurationshandbuch Rev. B, Juli 2025. Keine Aussage zum neuesten geeigneten Patch jeder Installation. Beispiele und Rechenwerte sind eigene Arbeitshilfen; keine Geräte- oder Softwareprüfung wurde ausgeführt.

  1. Thermo Scientific Xcalibur 4.7 SP1 – Release Notes
  2. Thermo Scientific Xcalibur 4.7 SP1 – Quick Start Guide
  3. Configuring the Data System for TNG Instruments
  4. Thermo Scientific Xcalibur and Foundation – Product Security Bulletin
  5. Europäische Kommission: EudraLex Volume 4
  6. EU-GMP Annex 11: Computerised Systems
  7. EU-GMP Kapitel 4: Dokumentation
  8. FDA: Part 11 — Scope and Application

Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.

Daniel Herrmann, Daniel Herrmann Consulting

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