Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste vorab
Wie validieren Sie eLabJournal für Ihren Laborprozess?
Definieren Sie zuerst, welche Laboraufzeichnungen eLabJournal führen soll und welche Entscheidungen darauf beruhen. Erfassen Sie Version, Betriebsform, Add-ons und angebundene Systeme. Prüfen Sie anschließend die Zusammenhänge zwischen Protokollvorlage, Experiment, Probe, Datei und Bewertung einschließlich Korrekturen und Zugriffen. Nutzen Sie geeignete Anbieterbelege für ihren tatsächlichen Umfang. Ob GMP-Anforderungen gelten, folgt aus dem konkreten Gebrauch; ein elektronisches Laborbuch macht Forschung nicht automatisch zum GMP-Prozess.
- eLabJournal gehört zur eLabNext-Dokumentationslinie im heutigen SciSure-Umfeld; Labfolder ist ein eigenes ELN.
- Vorlagenversion und experimentbezogene Bearbeitung müssen unterscheidbar bleiben.
- Ein Probenlink belegt keine automatische Mengenabbuchung oder fachliche Freigabe.
- Releasekanal, Add-ons und vollständiger Datenexport gehören in die Systemgrenze.
Forschung und GMP-Einsatz anhand der Entscheidung trennen
Beginnen Sie mit einem konkreten Versuch und seinem Ergebnisempfänger. Dient die Aufzeichnung der explorativen Forschung, einer Methodenentwicklung oder einer qualitätsrelevanten Entscheidung im geregelten Betrieb? Auch innerhalb eines Labors können diese Zwecke nebeneinander bestehen. Beschreiben Sie, welche Daten später weiterverwendet werden und an welcher Stelle eine fachliche Bewertung erfolgt.
Dieser Artikel verwendet Humanarzneimittel-GMP als abgegrenzten regulatorischen Anwendungsfall. Der aktuelle EudraLex-Index führt hierfür Annex 11 und Kapitel 4 in der Fassung von Januar 2011. Annex 11 ist eine GMP-Leitlinie für computergestützte Systeme. GLP, klinische Forschung und Medizinprodukte benötigen eine eigene Einordnung; Herstellerhinweise auf diese Bereiche ersetzen sie nicht.
Eine sinnvolle erste Anforderung lautet beispielsweise: Der Prüfer kann feststellen, welche Probe nach welcher Vorgabe untersucht wurde und welche Originaldaten das berichtete Ergebnis stützen. Daraus entwickeln Sie Ihre Prüfung. Ob das Laborbuch dabei führendes Aufzeichnungssystem, ergänzende Dokumentation oder Empfänger von Ergebnissen ist, verändert Umfang und Prioritäten deutlich.
Produktlinie, Releasekanal und verwendete Bausteine festhalten
Die frühere eLabNext-Webadresse führt heute zu SciSure. Die Fachhilfe verwendet weiterhin eLabNext und beschreibt die eLabJournal-bezogenen ELN-Funktionen. Behalten Sie die Bezeichnung Ihres tatsächlich eingesetzten Produkts im Systeminventar bei. Der gemeinsame Anbieterrahmen macht eLabJournal und Labfolder weder funktional identisch noch zu austauschbaren Validierungsgegenständen.
Die Release Notes dokumentieren V2.92.0 für EU- und US-Cloud am 30. September 2026. Die dort genannten Q4-Termine für Dedicated Installations liegen am Artikelstand noch in der Zukunft. Diese Angaben belegen deshalb keinen einheitlichen aktuellen Stand aller Installationen. Erfassen Sie Ihre tatsächliche Version einschließlich Add-ons und Betriebsform.
SciSure beschreibt Cloud, Private Cloud und On-Premises. Klären Sie für Ihren Vertrag, wer Updates, Sicherung, Wiederherstellung und Zugriffsverwaltung übernimmt. Die folgende eigene Matrix hilft, den benötigten Nachweis aufzuteilen. Sie ist keine behauptete Standardlizenz und keine vollständige Produktstückliste.
| Baustein | Fachlicher Gegenstand | Vorab zu klärender Nachweis |
|---|---|---|
| Protokollvorlage | Vorgegebene Arbeitsschritte und Parameter | Version und betriebliche Verwendbarkeit |
| Experimentsektion | Tatsächlich dokumentierte Durchführung | Lokale Änderungen und verwendete Vorlage |
| Probenverknüpfung | Verwendetes oder erzeugtes Material | Identität, Richtung und historischer Zusammenhang |
| Messdatei / Auswertung | Grundlage des berichteten Ergebnisses | Originalquelle, Zuordnung und Bearbeitungsstand |
| Signatur-Add-on | Vorgesehene Bestätigung | Installierter Umfang, Rollen und Bedeutung |
| Hosting / Export | Verfügbarkeit und spätere Nutzung | Betreiberaufgaben und lesbarer vollständiger Umfang |
Protokollvorlage und Durchführung sind verschiedene Objekte
Die Hilfe beschreibt neue Protokolle zunächst als Entwurf. Erst nach der Finalisierung können sie geteilt oder als Vorlage verwendet werden. Für Ihren Betrieb ist zusätzlich zu bestimmen, wann eine solche Vorlage fachlich verwendet werden darf. Die technische Aktion Finalize ist nicht automatisch mit Ihrer internen Genehmigung gleichzusetzen.
Beim Einfügen einer Procedure Section entsteht ein Bezug zur verwendeten Protokollversion. Änderungen in dieser Sektion betreffen das aktuelle Experiment und verändern laut Hersteller nicht die Originalvorlage. Gerade diese Trennung ist prüfrelevant: Eine Abweichung in einem einzelnen Versuch darf nicht als unveränderte Ausführung der Vorlage erscheinen.
Planen Sie einen Versuch mit Version 1, ändern Sie danach die Vorlage kontrolliert und starten Sie einen zweiten Versuch. Vergleichen Sie beide Bezüge. Prüfen Sie getrennt die Restart-Funktion, mit der dynamische Werte erneut gesetzt werden können. Legen Sie zuvor fest, wann ein Neustart fachlich zulässig ist und wie bereits dokumentierte Durchführung und Korrektur nachvollziehbar bleiben sollen.
Used Samples, Generated Samples und Bestand auseinanderhalten
Eine Sample Section kann verwendete oder im Experiment erzeugte Proben verknüpfen. Der Hersteller unterscheidet Used Samples und Generated Samples; die Probe zeigt umgekehrt ihre zugeordneten Experimente. Damit lässt sich ein Zusammenhang dokumentieren. Ob die richtige Probe gewählt und die Richtung zutreffend angegeben wurde, bleibt Teil der fachlichen Prüfung.
Archivieren und Entfernen aus einer Sektion sind unterschiedliche Aktionen. Die Herstellerhilfe erklärt ausdrücklich, dass eine archivierte Probe weiterhin in der Sample Section erscheint. Prüfen Sie diese Unterscheidung mit einer bereits dokumentierten Durchführung: Ein späterer Bestandsstatus darf die historische Probenidentität nicht unverständlich machen.
Aus dem Verknüpfen einer Probe folgt keine belegte automatische Verbrauchsbuchung. Wenn Mengen relevant sind, benennen Sie das führende Mengenfeld oder das getrennte Bestandsverfahren. Prüfen Sie Einheiten, Teilentnahmen und wiederholte Eingaben. Dasselbe gilt für erzeugte Proben: Eine Relation allein beweist weder physische Herstellung noch analytische Eignung oder Freigabe.
Originaldaten, Experimentlog und Sektionshistorie verbinden
Ordnen Sie einer Ergebnisangabe die tatsächlich benötigten Ausgangsdaten zu. Das können eine Gerätemessdatei, eine Auswertung und ergänzende Beobachtungen sein. Benennen Sie ihren führenden Speicherort und den Weg ins Laborbuch. Ein eingefügtes Bild kann die Darstellung erleichtern, beweist aber nicht für jeden Zweck, dass alle auswertungsrelevanten Daten erhalten sind.
Die Herstellerhilfe trennt das Experimentlog für allgemeine Änderungen, etwa Beteiligte und Status, vom Log einzelner Sektionen. Für bestimmte Sektionstypen beschreibt sie außerdem eine Versionshistorie. Eine wiederhergestellte Version wird als neuer Stand mit entsprechendem Zeitstempel behandelt. Übertragen Sie diese Beschreibung nicht ungeprüft auf jeden Dateityp oder Zusatzbaustein.
Ein geeigneter eigener Prüffall korrigiert eine zunächst falsch zugeordnete Datei. Der Prüfende soll erkennen können, welcher Bezug ursprünglich bestand und wie die richtige Zuordnung hergestellt wurde. Prüfen Sie Inhalt und Bedeutung, nicht allein die Anzahl der Logzeilen. Die gewünschte Nachvollziehbarkeit reicht dabei bis zum System, in dem die ursprüngliche Messung und gegebenenfalls ihre Auswertung entstanden.
Illustratives Sollbeispiel: zwei Entnahmen aus einer Probe
Dieses Beispiel ist vollständig konstruiert und kein ausgeführter Produkt- oder Kundentest. Probe A-17 enthält zu Beginn 120 µl. Experiment E-17 verwendet Protokoll P-4 Version 1 und dokumentiert nacheinander Entnahmen von 30 µl und 20 µl. Die zugehörigen Messdateien heißen E17-1 und E17-2. Beide müssen als unterschiedliche Messungen dem richtigen Experiment zugeordnet bleiben.
Das unabhängig berechnete Mengensoll beträgt 120 − 30 − 20 = 70 µl. Eine Eingabe von 0,02 ml entspricht 20 µl. Die nachstehende Prüfung setzt keine eingebaute automatische Abbuchung voraus: Sie kontrolliert den tatsächlich eingerichteten Mengenweg, ob innerhalb des Systems, über eine Schnittstelle oder durch einen geregelten manuellen Schritt.
Für jeden Fehlerfall wird derselbe dokumentierte Ausgangszustand wiederhergestellt oder ein eigener eindeutig gekennzeichneter Datensatz angelegt. Protokollvorlage, Rechte und Dateiinhalte bleiben dabei kontrolliert. Ein passender Abschluss erklärt nicht nur, ob 70 µl angezeigt werden, sondern auch, ob Probe, Durchführung, Messungen und Mengenänderungen inhaltlich zusammenpassen.
| Fall / Ausgangslage | Aktion | Unabhängiges Soll | Zu prüfender Fehler |
|---|---|---|---|
| Normalfall: A-17, 120 µl | 30 µl und 20 µl entnehmen und dokumentieren | Rest 70 µl; zwei richtige Messdateien | Falsche Probe oder ausgelassene Entnahme |
| Einheitenfall: A-17, 120 µl | 30 µl und 0,02 ml dokumentieren | Rest 70 µl nach eindeutiger Umrechnung | 0,02 wird fälschlich als µl behandelt |
| Wiederholung nach Normalfall | Zweite Mengenänderung erneut anstoßen | Keine unbemerkte zusätzliche Entnahme | Erneute 20 µl würden Rest auf 50 µl senken |
| Dateifehler | E17-2 durch Datei eines anderen Versuchs ersetzen | Unzutreffender Bezug erkannt und kontrolliert korrigiert | Gleicher Dateiname verdeckt andere Herkunft |
| Vorlagenwechsel | P-4 Version 2 für neuen Versuch bereitstellen | E-17 bleibt mit angewendetem Stand erklärbar | Neue Vorlage deutet alte Durchführung um |
| Archivierte Probe | A-17 nach Abschluss archivieren | Historischer Bezug in E-17 weiterhin verständlich | Archivierung mit Entfernung der Relation verwechselt |
Berechtigung und Signaturbedeutung am Prozess festlegen
Benennen Sie, wer Versuche anlegt, Daten ergänzt, Ergebnisse beurteilt und Konfigurationen ändert. In einem kleinen Labor können Personen mehrere Aufgaben übernehmen. Entscheidend ist, welche unabhängige Prüfung Ihr Verfahren benötigt und welche Interessenkonflikte oder unzulässigen Änderungen verhindert werden sollen. Eine bloße Rollenbezeichnung liefert diesen Nachweis noch nicht.
Das Signature-workflow-Add-on beschreibt projektbezogene Signatur- und Witness-Abläufe mit ausgewählten Personen oder Rollen. Prüfen Sie dessen tatsächliche Installation und Konfiguration. Legen Sie für jede verwendete Bestätigung fest, ob sie etwa die Durchführung, fachliche Prüfung oder eine weitere Entscheidung ausdrückt. Eine Schaltfläche ersetzt diese Bedeutung nicht.
Testen Sie einen zulässigen Bearbeiterwechsel, einen unzulässigen Bestätigungsversuch und einen entzogenen Zugriff. Untersuchen Sie zusätzlich den Umgang mit einer nachträglich erforderlichen Korrektur. Elektronische Signaturanforderungen ergeben sich aus dem konkreten Prozess und Regelbereich. Weder benötigt jede Forschungsnotiz pauschal eine elektronische Signatur, noch befreit die Bezeichnung Forschung einen tatsächlich regulierten Nachweis von seinen Anforderungen.
Exportfähigkeit mit dem benötigten Datenumfang prüfen
Definieren Sie vor dem Export, was später nachvollziehbar sein muss: Durchführung, Protokollbezug, verwendete und erzeugte Proben, relevante Dateien, Korrekturen und Bewertungen. Ein lesbarer Abschlussbericht kann dafür ein Bestandteil sein. Ob zusätzlich strukturierte Daten oder ursprüngliche Dateien benötigt werden, hängt von ihrer Bedeutung und den vorgesehenen späteren Prüfungen ab.
Die Release Notes zu V2.92.0 nennen eine Korrektur für wissenschaftliche Sonderzeichen in XML- und JSON-ELN-Exporten. Daraus entsteht ein konkreter eigener Test: Verwenden Sie beispielsweise µl und einen wissenschaftlichen Bezeichner mit griechischem Zeichen, und vergleichen Sie Darstellung sowie Bedeutung vor und nach dem vorgesehenen Export. Ein bloß vorhandenes Exportfile reicht dafür nicht.
Prüfen Sie den Zugriff mit der vorgesehenen späteren Leserrolle und geeigneten Werkzeugen. Regeln Sie auch, was beim Vertragsende oder beim Ausscheiden des ursprünglichen Bearbeiters passiert. Der erforderliche Aufbewahrungsumfang folgt aus Ihrem Aufzeichnungszweck und anwendbaren Vorgaben; eine Produktfunktion bestimmt weder automatisch die Frist noch die ausreichende Archivlösung.
Anbieterbelege und Änderungen auf Ihren Nachweisweg beziehen
Fordern Sie Belege für den tatsächlich eingesetzten Stand und Umfang an. Ordnen Sie Anforderungen, abgedeckte Funktionen, Konfiguration, Testbedingungen, Ergebnisse und bekannte Grenzen einander zu. Ein geeignetes Herstellerpaket kann verwendbare Nachweise enthalten. Es deckt aber weder kraft seines Namens alles ab noch ist es pauschal auf unkonfigurierte Standardfunktionen beschränkt.
Priorisieren Sie verbleibende eigene Prüfungen an den Übergängen Ihres Labors. Ein Add-on, ein geänderter Probenfeldtyp oder ein neuer Exportweg kann andere Folgen haben als eine reine Darstellungsänderung. Beschreiben Sie betroffene Daten und Fehlerszenarien, bevor Sie den nötigen Testumfang festlegen. Eine pauschale Vollrevalidierung nach jedem Update ist daraus nicht abzuleiten.
Für bestehende Installationen helfen ein nachvollziehbarer Konfigurationsstand und ausgewählte historische Datensätze. Vergleichen Sie offene und abgeschlossene Experimente sowie typische Korrekturen. Dokumentieren Sie, welche Lücken behoben werden müssen und welche Betriebsentscheidung daraus folgt. Die öffentliche Hilfe ersetzt hierbei keinen Nachweis über Ihre tatsächliche Einrichtung.
Mit Labor, QA und IT einen arbeitsfähigen Start schaffen
Der Fachbereich muss den Versuch, seine Daten und die spätere Entscheidung erklären können. QA klärt den zutreffenden Regelbereich und die erforderlichen Kontrollen; IT und Systemverantwortliche liefern Betrieb, Rechte, Schnittstellen und Wiederherstellungsweg. Der Anbieter ergänzt versionsbezogene Informationen. Vereinbaren Sie außerdem, wer fachliche Akzeptanz und verbleibende Einschränkungen entscheidet.
Bei einer Einführung steht ein klarer Pilotprozess im Vordergrund. Im Bestand kommen historische Nachweise und eingerichtete Sonderwege hinzu. Bei einer Änderung ist der betroffene Ausschnitt entscheidend. Aufwand und Dauer hängen besonders von Vorlagenvielfalt, Add-ons, Rohdatenwegen und bereits brauchbaren Belegen ab. Ohne diese Informationen ist eine pauschale Zeit- oder Kostenzusage wenig belastbar.
- Konkreten Laborprozess und zulässige Verwendung der Ergebnisse benennen.
- Produktstand, Hosting, Add-ons und verantwortliche Betreiber festhalten.
- Protokollversionen und Regeln für lokale Änderungen bereitstellen.
- Probenidentitäten, Mengenwege, Einheiten und Originaldateien erklären.
- Rollen sowie Bedeutung von Prüfungen und Signaturen vereinbaren.
- Testdatensätze mit Ausgangszustand und unabhängigem Soll vorbereiten.
- Anbieterbelege zu eigenen Anforderungen und offenen Punkten zuordnen.
- Export, Wiederherstellung, Änderung und späteren Zugriff einplanen.
Häufige Fragen zu eLabJournal
Ist eLabJournal heute dasselbe wie SciSure oder Labfolder?
SciSure ist der heutige Anbieter- und Plattformkontext. Die eLabNext-Hilfe beschreibt weiterhin die eLabJournal-bezogenen Funktionen. Labfolder bleibt eine gesondert benannte ELN-Produktlinie. Übernehmen Sie deshalb weder dessen Workflowverhalten noch Lizenzumfang in Ihre eLabJournal-Betrachtung. Maßgeblich sind die tatsächlich bereitgestellte Anwendung, ihre Version und die vertraglich sowie technisch genutzten Bausteine.
Müssen wir sämtliche Forschungsversuche GMP-validieren?
Der Fachgebrauch entscheidet. Explorative Forschung und ein elektronischer Nachweis, auf den sich eine GMP-Qualitätsentscheidung stützt, haben unterschiedliche Rahmenbedingungen. Beschreiben Sie auch spätere Datenübernahmen. Wird ein ursprünglich explorativer Datensatz später reguliert verwendet, muss seine Eignung für diesen Zweck beurteilt werden; der ursprüngliche Ablageort liefert dafür keine automatische Freigabe.
Welche eLabJournal-Version gehört in unsere Validierungsunterlagen?
Die tatsächlich eingesetzte Version samt relevanten Add-ons, Konfiguration und Betriebsform. V2.92.0 ist für die Cloud am 30. September 2026 dokumentiert; die aufgeführten Dedicated-Q4-Termine sind am Artikelstand noch geplant. Eine öffentliche Versionsliste beweist somit nicht, welcher Stand in Ihrer Umgebung läuft. Lassen Sie den Ist-Stand bestätigen und ordnen Sie passende Belege zu.
Quellen: [5]
Ändert eine korrigierte Prozedur auch die Originalvorlage?
Die Hilfe beschreibt Änderungen der eingefügten Procedure Section als experimentbezogen; sie verändern die Originalvorlage nicht. Prüfen Sie dennoch den konkreten historischen Bezug und die Nachvollziehbarkeit der Korrektur. Eine Änderung der Vorlage selbst ist ein anderer Vorgang. Testen Sie beide Wege getrennt, damit ein alter Versuch später nicht unbeabsichtigt wie eine Durchführung nach neuer Vorgabe erscheint.
Quellen: [8]
Wird beim Verknüpfen einer Probe automatisch Menge abgezogen?
Die Sample-Section-Hilfe belegt Verknüpfungen verwendeter und erzeugter Proben, jedoch keine allgemeine automatische Verbrauchsbuchung. Ermitteln Sie, wie Mengen in Ihrer Einrichtung tatsächlich geführt werden. Falls sie entscheidungsrelevant sind, prüfen Sie Teilentnahmen, Einheiten, Wiederholungen und Korrekturen gegen ein unabhängiges Mengensoll. Ein richtiger Probenlink und ein richtiger Restbestand sind unterschiedliche Nachweise.
Quellen: [9]
Was passiert mit einem archivierten Probenbezug?
Nach Herstellerhilfe bleibt eine archivierte Probe in der Sample Section aufgeführt. Das Entfernen aus der Sektion ist eine eigene Aktion. Prüfen Sie an einem abgeschlossenen Experiment, ob Identität und Bedeutung des Bezugs weiter nachvollziehbar sind. Die Anzeige eines Links allein beantwortet noch nicht, ob alle für Ihre spätere Bewertung benötigten Informationen zugänglich bleiben.
Quellen: [9]
Genügt das Experimentlog als vollständiger Änderungsnachweis?
Nicht ohne Prüfung des benötigten Umfangs. Die Hilfe unterscheidet allgemeine Experimentänderungen von Sektionsänderungen. Für bestimmte Sektionen existiert zudem Versionshistorie. Ordnen Sie konkrete relevante Änderungen dem passenden Nachweis zu und beziehen Sie externe Mess- oder Auswertungssysteme ein. Eine große Anzahl vorhandener Logeinträge beweist weder deren Vollständigkeit noch ihre fachliche Verständlichkeit.
Braucht jedes Experiment einen Witness?
Das hängt vom vorgesehenen Verfahren ab. Das Signature-workflow-Add-on erlaubt eine projektbezogene Zuordnung von Personen oder Rollen. Ob eine zusätzliche Prüfung erforderlich ist und was sie bestätigt, bestimmen Sie anhand des konkreten Prozesses und Regelbereichs. Dokumentieren und prüfen Sie anschließend die gewählte Konfiguration, einschließlich Vertretung, Zugriffsentzug und notwendiger Korrekturen.
Welche Unterlagen und Personen brauchen wir vor Projektbeginn?
Benötigt werden mindestens ein verständlicher Prozess, tatsächlicher Systemumfang, repräsentative Protokolle und Datenwege sowie verfügbare Anbieterunterlagen. Laborverantwortliche, QA und IT müssen ihre jeweiligen Entscheidungen beitragen können. Benennen Sie einen Verantwortlichen für fachliche Akzeptanz. Besonders viele Vorlagenvarianten, unbekannte Add-ons und ungeklärte Originaldatenorte erhöhen den Klärungsaufwand; eine feste Projektdauer lässt sich daraus nicht allgemein ableiten.
Kann ein Export die spätere Lesbarkeit bereits ausreichend belegen?
Ein erfolgreich erzeugter Export ist ein Ausgangspunkt. Vergleichen Sie Umfang, Zeichen, Einheiten, Verknüpfungen und nötige Originaldateien mit dem vorab festgelegten Soll. Öffnen Sie ihn unter den vorgesehenen späteren Bedingungen. Bewerten Sie zusätzlich Schutz, Zugriff und Wiederherstellung über die benötigte Dauer. Die Releasekorrektur für Sonderzeichen zeigt, warum Format und Bedeutung ausdrücklich geprüft werden sollten.
Quellen & fachlicher Stand
Stand 6. Oktober 2026. Die Funktionsbeschreibungen beziehen sich auf die genannten eLabNext-Hilfeseiten und Release Notes. Cloud- und Dedicated-Stände sowie Add-ons können abweichen. SciSure-Plattformangaben sind kein Nachweis des individuellen Lizenzumfangs.
- Europäische Kommission: EudraLex Volume 4
- EU-GMP Annex 11: Computerised Systems
- EU-GMP Kapitel 4: Documentation
- SciSure: Plattform und Herkunft
- 2026 eLabNext Release Notes
- SciSure Hosting Options
- Adding Protocols
- Procedure Section
- Sample Section
- Experiment Log
- Restoring Section Versions
- Signature workflow | Add-on
- Labfolder by SciSure
Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.
Den eLabJournal-Nachweisweg gezielt prüfen
Wir unterstützen Sie dabei, Laborprozess, Datenwege und vorhandene Nachweise zusammenzuführen und geeignete Prüfungen für Ihre konkrete Einrichtung festzulegen.
- IT-GxP-Audit →
Bestehende Protokoll-, Proben- und Datenbezüge auf relevante Nachweislücken untersuchen.
- IT-GxP-Consulting →
Anforderungen, Sollbeispiele und kontrollierte Änderungen gemeinsam ausarbeiten.
