IT-Systeme · Praxisleitfaden

EPG LFS im GxP-Lager validieren: Sperren müssen bei jeder relevanten Lageraktion wirken

Eine Charge kann im Lager physisch bewegt werden und trotzdem für die Produktion gesperrt bleiben. Genau diese Unterscheidung macht die Validierung von EPG LFS anspruchsvoll: Qualitätscodes, Teilmengen, Reservierungen und Rückmeldungen müssen zusammenpassen. Für Lagerleitung, QA und IT zählt deshalb, welche Handlung ein konkreter Bestand tatsächlich erlaubt. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie den Einsatz abgrenzen, kritische Ausführungswege prüfen und einen nachvollziehbaren Mengentest für manuelle und automatisierte Lagerbereiche aufbauen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste vorab

Wie wird EPG LFS für einen GxP-relevanten Lagerprozess validiert?

Validieren Sie die eingesetzte LFS-Konfiguration anhand der vorgesehenen Lagerentscheidungen und ihrer Risiken. Prüfen Sie insbesondere, ob Chargenidentität, Qualitätsstatus und Mengen bei Split, Umlagerung, Reservierung und ERP-Rückmeldung erhalten bleiben. Eine interne Transporterlaubnis darf keine unerlaubte Produktionsentnahme eröffnen. Herstellerunterlagen unterstützen den Nachweis; der installierte Release, aktivierte Module, Schnittstellen, Rollen und betriebliche Verfahren bestimmen den tatsächlichen Prüfbereich.

  • Sperrwirkung nach Aktion und Ausführungsweg prüfen, nicht allein nach Statusbezeichnung.
  • Teilmenge, Charge, Mengeneinheit und Qualitätsstatus zusammen verfolgen.
  • ERP-, WMS- und Automationsrückmeldungen fachlich abgleichen.
  • Lagerverfügbarkeit und regulatorische Freigabe getrennt definieren.

1. LFS, EPG ONE WMS und Ihre tatsächliche Installation

EPG führt LFS als Lagerverwaltungssystem für manuelle und automatisierte Lager. Die aktuelle englische Hauptseite verwendet die Bezeichnung EPG ONE WMS; öffentliche Brancheninformationen und die EPG Academy verwenden weiterhin LFS. Für Ihr Validierungsprojekt ist die konkrete Installation maßgeblich: Produktbezeichnung im Vertrag, Build, Datenbank, Clients, Module und freigegebene Erweiterungen gehören in die Systembeschreibung.

Die aktuelle Produktseite nennt On-premise sowie Cloud/SaaS. Daraus folgt keine identische Aufgabenverteilung bei Updates, Sicherung oder Betrieb. Lassen Sie festhalten, wer welche Umgebung betreibt und wer Änderungen ankündigt, bewertet und umsetzt. Eine im Internet auffindbare Broschürennummer wie R4-0 ist kein belastbarer Nachweis Ihrer Softwareversion.

Öffentlich zugängliche Informationen liefern keinen hier belegten aktuellen numerischen LFS-Release. Fordern Sie deshalb versionsbezogene Funktionsbeschreibungen und relevante bekannte Einschränkungen für Ihren Lieferumfang an. Das verhindert, dass Tests Funktionen voraussetzen, die in Ihrer Konfiguration fehlen oder anders arbeiten.

Quellen: [1] [2] [3] [10]

2. Den GMP-relevanten Entscheidungsweg begrenzen

Der Hauptfall dieses Leitfadens ist die Lager- und Produktionsversorgung eines Humanarzneimittelherstellers. Kritisch wird LFS beispielsweise dort, wo das System entscheidet, welche Ausgangsstoffcharge einem Produktionsauftrag zugeordnet werden kann. Eine Anzeige zum Lagerfüllgrad hat einen anderen Einfluss als die Entscheidung, gesperrte Ware auszulagern.

EU-GMP Annex 11 ist die einschlägige Leitlinie für computergestützte GMP-Aktivitäten. Im aktuellen Humanarzneimittel-Index steht die Revision von 2011. Umfang und Nachweise werden aus dem konkreten Einsatz und Risiko begründet. Ein Großhandelslager benötigt zusätzlich oder stattdessen seine passende GDP-Betrachtung; GMP und GDP sind keine austauschbaren Etiketten.

EPG beschreibt branchenspezifische Funktionen für Pharma und Healthcare. Die werbliche Aussage zu GAMP-5-zertifizierten Prozessen ersetzt jedoch weder eine Bewertung der tatsächlich gelieferten Unterlagen noch Ihre Nutzungsentscheidung. Prüfen Sie, welche Anforderungen Herstellerbelege wirklich abdecken und welche durch Konfiguration, Geräte, Schnittstellen oder Abläufe erst bei Ihnen entstehen.

Quellen: [4] [9] [10] [14]

Vertiefung zu diesem Thema:

3. Qualitätsstatus in zulässige Aktionen übersetzen

Die EPG Academy beschreibt Qualitätsmerkmale und Qualitätscodes, gesperrte und freigegebene Bestände sowie deren Einfluss auf Reservierung, Auslagerung, Kommissionierung und Verpackung. Das bietet konkrete Ansatzpunkte. Welche Kombination Ihre Installation tatsächlich durchsetzt, bleibt eine zu spezifizierende und zu prüfende Eigenschaft.

Die folgende Arbeitshilfe unterscheidet Bewegungszweck und Materialverwendung. Sie definiert eigene Prüferwartungen; sie beschreibt keine vorgegebene LFS-Konfiguration. Kapitel 3.21 verlangt bei einem System, das physische Quarantäne ersetzt, gleichwertige Sicherheit. Ein sichtbares Sperrsymbol allein beantwortet diese Frage nicht.

Arbeitshilfe: erlaubte Lageraktion und unzulässige Folge getrennt festlegen
SituationZulässiger Vorgang im BeispielUnzulässige FolgeGezielter Nachweis
Ausgangsstoff unter PrüfungIdentifizierte Umlagerung zum vorgesehenen QuarantäneplatzReservierung für Produktion nur wegen des neuen LagerplatzesZielplatz, Qualitätscode und Entnahmeversuch vergleichen
Gesperrte Palette wird geteiltZwei eindeutig zugeordnete Ladeeinheiten bildenEine Teilmenge erhält unbeabsichtigt freien StatusHerkunft und Status beider Einheiten prüfen
Auftrag bereits angelegtAuftrag kontrolliert anhalten oder neu disponierenWeiterverarbeitung mit inzwischen unzulässiger ChargeBestehenden Auftrag und neuen Auftrag getrennt prüfen
Techniker bewegt Ware im StörfallBefugte, dokumentierte Bewegung nach NotverfahrenBewegungsbestätigung wird als Materialfreigabe interpretiertPhysische Lage, Buchung und Freigabebeleg abgleichen
Freigegebene ChargeEntnahme unter den festgelegten BedingungenUmgehung relevanter Datums- oder IdentitätsprüfungGrenzfälle an jedem vorgesehenen Entnahmeweg

Quellen: [5] [13] [12] [10]

4. Charge, Ladeeinheit und Datum behalten ihre Bedeutung

Ein Lagerplatz ist keine Charge. Eine Palette kann geteilt, ein Behälter umgestellt und eine Ladeeinheit neu etikettiert werden. Legen Sie fest, welche Identifikatoren diese Vorgänge verbinden. Herstellerunterlagen beschreiben Chargen-, MHD- und Seriennummernhandhabung; ältere LFS-Unterlagen nennen auch Teilung und Umpacken. Bestätigen Sie diese Funktionen für Ihren aktuellen Umfang.

Für die Prüfdaten brauchen Sie mindestens zwei ähnlich aussehende Chargen und einen absichtlich falschen Scan. Kontrollieren Sie, ob die Buchung die gescannte Identität verwendet oder unbemerkt einen vorherigen Bildschirmwert übernimmt. Bei Umrechnung zwischen Behältern, Stück und Kilogramm müssen Ausgangseinheit und Faktor erkennbar bleiben.

Verwechseln Sie Mindesthaltbarkeit, Verfalldatum und Wiederholungsprüfdatum nicht. Kapitel 5.34 behandelt die Verwendung freigegebener Ausgangsstoffe innerhalb ihrer Wiederholungsprüffrist. Ob und wie LFS diese Regel abbildet, muss spezifiziert werden. Ein allgemeines MHD-Feld belegt noch keine passende Retest-Logik. Prüfen Sie Datumsgrenzen und zulässige Ausnahmen mit fachlich festgelegten Erwartungen.

Quellen: [3] [4] [5] [12]

5. ERP und LFS: erfolgreiche Übertragung ist noch keine richtige Buchung

EPG behandelt in seinen Schulungen Transferjobs, Schnittstellenfelder, Rückmeldeschlüssel und Fehlerbehandlung. Für SAP gibt es eine eigene Beschreibung mit IDocs und RFC-Konfiguration. Diese Produktmöglichkeiten belegen keine bestimmte Wiederholungslogik Ihrer Integration. Auch eine standardisierte Verbindung benötigt eine fachliche Vereinbarung über Inhalt und Zuständigkeit.

Erstellen Sie für jeden kritischen Nachrichtentyp einen kleinen Vertrag: führendes System, Objektidentität, Mengeneinheit, Statusbedeutung, zulässige Reihenfolge, Erfolgskriterium und verantwortlicher Fehlerbearbeiter. Unterscheiden Sie empfangen, verarbeitet und fachlich gebucht. Ein technisches Transportprotokoll kann erfolgreich sein, während die Zielbuchung abgelehnt wurde.

Testen Sie gezielt eine verlorene Bestätigung, eine doppelte Nachricht und eine Korrektur nach Fehlerbehebung. Das sind eigene Prüfempfehlungen. Die erwartete Kontrolle kann technisch oder als begründeter kontrollierter Ablauf realisiert sein; eine automatische Genau-einmal-Verarbeitung wird hier nicht vorausgesetzt. Der abschließende Vergleich muss Menge, Charge, Status und Auftragsbezug umfassen, nicht nur die Anzahl grüner Nachrichten.

Quellen: [6] [7] [10]

Vertiefung zu diesem Thema:

6. Befugnisse und Historie an kritischen Änderungen prüfen

Die Academy nennt Benutzer- und Menüverwaltung sowie eine Historie gesperrter und freigegebener Artikel. Damit ist noch nicht der gesamte erforderliche Änderungsnachweis Ihrer Installation beschrieben. Prüfen Sie an konkreten Vorgängen, welche Informationen sichtbar bleiben: betroffener Bestand, vorheriger und neuer Zustand, Benutzer, Zeitpunkt und erforderlicher Änderungsgrund.

Trennen Sie die Befugnis, eine Ware physisch zu bewegen, von der Befugnis, ihren Verwendungsstatus zu ändern. Das kann in kleinen Teams durch passende Rollen und Verfahren geregelt werden. Eine bestimmte Stellenbezeichnung oder universelle Zweitunterschrift wird dadurch nicht vorgegeben. Stellvertretung und privilegierte Eingriffe benötigen ebenfalls klare Grenzen.

Für den Review empfiehlt sich eine risikobezogene Auswahl: unerwartete Freigaben, Statuskorrekturen, Mengenänderungen und administrative Eingriffe sind andere Ereignisse als routinemäßige Lagerplatzwechsel. Legen Sie fest, wer Auffälligkeiten untersucht und wie Maßnahmen dokumentiert werden. Eine ungewöhnliche Buchung ist ein Anlass zur Klärung, kein automatischer Beweis für Fehlverhalten.

Quellen: [8] [5] [10] [11]

7. Illustrativer Prüffall: gesperrte Palette teilen und Rückmeldung wiederholen

Der folgende Fall ist frei konstruiert und nicht in einem Kundensystem ausgeführt. Ein Hersteller lagert Charge A mit 240 geschlossenen Behältern zu jeweils 2,5 kg: zusammen 600 kg. A ist für die Produktion gesperrt. Charge B umfasst 40 freigegebene Behälter zu je 2,5 kg, also 100 kg. Ein Produktionsauftrag fordert 300 kg.

Im Soll darf Charge A zur vorgesehenen Quarantänezone transportiert und in zwei Ladeeinheiten aufgeteilt werden. Eine Materialentnahme findet dabei nicht statt. Die Tabelle betrachtet den Zeitpunkt vor der tatsächlichen Ausgabe an die Produktion; Reservierung verändert deshalb nicht den körperlichen Bestand.

Führen Sie den relevanten Ausschnitt sowohl am vorgesehenen mobilen Arbeitsplatz als auch über den betroffenen Automationsweg aus. Ein Fehler wäre beispielsweise ein neuer freier Bestand nach dem Split. Halten Sie solche Abweichungen mit Ausgangszustand und tatsächlicher Wirkung fest. Eine Statuskorrektur ohne Ursachenklärung genügt nicht als bestandener Wiederholungstest.

Illustrative Sollmatrix: Split, Reservierung und doppelte Bestätigung
PrüfschrittAktion oder FehlerUnabhängig gerechnetes SollZu belegende Wirkung
AusgangszustandA gesperrt, B freiA 600 kg + B 100 kg = 700 kg körperlichNur B ist für diesen Auftrag verwendbar
Split A80 Behälter auf A1, 160 auf A2A1 200 kg + A2 400 kg = A 600 kgBeide Teilmengen bleiben gesperrt und Charge A zugeordnet
Interner TransportA1 erreicht QuarantäneplatzWeiterhin 700 kg GesamtbestandLagerort ändert sich, Verwendungsstatus nicht
Bestätigung fehlt80-Behälter-Bewegung wird erneut gemeldetA1 bleibt 200 kg; keine zusätzlichen 200 kgWiederholung wird erkannt oder kontrolliert geklärt
Auftrag disponieren300 kg Bedarf; nur B zulässig100 kg reservierbar, 200 kg FehlmengeKeine automatische Ergänzung aus gesperrtem A
GesamtprüfungNach Reservierung, vor Ausgabe600 kg gesperrt + 100 kg reserviert = 700 kgMengen, Einheiten, Charge, Status und Auftrag stimmen zusammen

Quellen: [5] [3] [6] [10] [12]

8. Fördertechnik, mobile Clients und Notbetrieb einbeziehen

LFS kann mit Automationskomponenten zusammenarbeiten. Ziehen Sie die Grenze deshalb nicht am Bildschirm: Scan, Transportauftrag, physische Bewegung, Bestätigung und Bestandsbuchung können in verschiedenen Komponenten stattfinden. Legen Sie fest, welcher Zustand nach einer Unterbrechung als gesichert gilt und wer unklare Ladeeinheiten identifiziert.

Ein nützlicher Test unterbricht die Kommunikation nach einer tatsächlichen Bewegung, aber vor ihrer Rückmeldung. Nach Wiederanlauf dürfen weder ein zweiter Transport noch eine widersprüchliche Bestandslage unkontrolliert entstehen. Das konkrete Verhalten muss mit Lieferant und Automationspartner geklärt werden; öffentliche Produktseiten beschreiben dafür keine allgemeingültige Wiederanlaufsequenz.

Ein Notverfahren sollte festlegen, welche Arbeiten weiterlaufen dürfen, welche stoppen und wie nachträgliche Erfassung abgestimmt wird. Papierlisten sind nur dann hilfreich, wenn Identität und Zustand später eindeutig rekonstruierbar bleiben. Prüfen Sie den Rückweg in den Normalbetrieb ebenso wie das Ausweichen selbst. Temperaturüberwachung und physische Lagerbedingungen benötigen ihre eigenen geeigneten Kontrollen.

Quellen: [2] [1] [10] [13]

9. Aufwand und Mitwirkung im KMU richtig planen

Der Aufwand entsteht vor allem aus Varianten: mehrere Lagerbereiche, unterschiedliche Entnahmewege, kundenspezifische Qualitätscodes, Schnittstellen und historische Daten. Eine kleine Installation mit vielen manuellen Ausnahmen kann anspruchsvoller sein als ein größerer, einheitlich geregelter Prozess. Planen Sie deshalb anhand kritischer Entscheidungen und Sonderfälle.

Lagerverantwortliche liefern reale Arbeitswege und Ausnahmefälle; die fachlich zuständigen Qualitätsfunktionen bestimmen Verwendungskriterien; IT und Lieferanten erläutern Jobs, Rollen und Datenflüsse. Benennen Sie zusätzlich Verantwortliche für Automationsgrenzen und Notbetrieb. Herstellerunterlagen können Nachweise beitragen, müssen aber auf Ihre Anforderungen und eingesetzte Version passen.

Bei Änderungen vergleichen Sie betroffene Qualitätsregeln, Masken, Schnittstellen und Gerätewege mit der bisherigen Freigabebasis. Ein Update verlangt eine begründete Auswirkungsbewertung und passende Prüfungen. Nehmen Sie offene Schnittstellenfehler, Supportfälle und unklare Statuskorrekturen in die regelmäßige Bewertung auf. So wird sichtbar, wo die ursprüngliche Annahme im Betrieb nicht mehr trägt.

Quellen: [10] [1] [8]

10. Checkliste für eine tragfähige LFS-Nutzungsentscheidung

Verwenden Sie diese Checkliste als Arbeitshilfe für das gemeinsame Abschlussgespräch. Jede Antwort sollte auf einen konkreten Stand oder einen nachvollziehbaren Beleg führen. Ein offener Punkt braucht eine bewertete Auswirkung und eine zuständige Entscheidung, nicht bloß den Vermerk „nach Go-live“.

  • Produkt, Build, Module, Hosting und alle relevanten Ausführungswege sind benannt.
  • Für jeden Qualitätszustand sind erlaubte Bewegungen und unzulässige Verwendungen festgelegt.
  • Split, Umetikettierung und Einheitenwechsel erhalten Charge, Menge und Status.
  • Fehlende, doppelte und fehlerhafte Rückmeldungen wurden mit fachlichem Abgleich betrachtet.
  • Befugnisse für Bewegung, Statusänderung und privilegierte Eingriffe sind geprüft.
  • Benötigte Aufzeichnungen bleiben während der vorgesehenen Aufbewahrung lesbar und zuordenbar.
  • Notbetrieb und Wiederanlauf berücksichtigen physisch bereits bewegte Ware.
  • Abweichungen, Restrisiken, Schulung und Entscheidungsbefugnis sind vor Verwendung geklärt.

Quellen: [10] [11] [12]

Häufige Fragen zu EPG LFS

Ist EPG LFS bereits GAMP-zertifiziert und damit für unseren Prozess validiert?

Eine solche Schlussfolgerung wäre zu weitgehend. EPG verwendet auf einer Branchenseite eine entsprechende Marketingaussage zu Prozessen. Für Ihre Entscheidung zählt, welche Unterlagen, Versionen und Funktionen tatsächlich geprüft wurden und ob diese Ihren Einsatz abdecken. Lassen Sie den Umfang erklären und bewerten Sie verbleibende kundenspezifische Risiken. Eine Herstellerangabe ersetzt weder Ihre Anforderungen noch den Nachweis der eingesetzten Konfiguration.

Quellen: [4] [10]

Ist EPG ONE WMS dasselbe wie unsere vorhandene LFS-Version?

Die Bezeichnungen gehören zur aktuellen öffentlichen Produktdarstellung von EPG, belegen aber keine technische Identität jedes Bestandsystems. Gleichen Sie Produktvertrag, Release, aktivierte Module, Erweiterungen und Betriebsmodell ab. Auch bei gleichem Namen können sich Einstellungen und Schnittstellen unterscheiden. Für bestehende Nachweise ist besonders relevant, welche Funktionen seit Ihrem dokumentierten Ausgangsstand geändert wurden.

Quellen: [1] [2] [10]

Darf eine gesperrte Charge innerhalb des Lagers bewegt werden?

Das hängt von Bewegungszweck und kontrolliertem Verfahren ab. Eine identifizierte Umlagerung in einen geeigneten Quarantänebereich kann erforderlich sein, während Produktionsentnahme unzulässig bleibt. Spezifizieren und testen Sie beide Aussagen getrennt. Wird physische Quarantäne durch ein anderes System ersetzt, ist dessen gleichwertige Sicherheit zu begründen. Für abgelehnte, zurückgerufene oder zurückgegebene Ware gelten zusätzliche Vorgaben an die getrennte Lagerung.

Quellen: [13] [12] [5]

Wie prüfen wir, ob die Sperre nach einem Palettensplit erhalten bleibt?

Notieren Sie vor dem Split Charge, Mengeneinheit, Menge und Qualitätszustand. Prüfen Sie anschließend beide neuen Ladeeinheiten und ihre Herkunftsbeziehung. Wiederholen Sie den unzulässigen Entnahmeversuch für jede Teilmenge über die relevanten Wege. Im illustrativen Fall ergeben 80 und 160 Behälter weiterhin 600 kg gesperrte Ware. Die Prüfung ist eine eigene Empfehlung; aktuelle Split-Funktionen sind installationsbezogen zu bestätigen.

Quellen: [3] [5] [10]

Genügt eine erfolgreiche SAP-IDoc-Meldung als Schnittstellennachweis?

Nein. Eine technische Meldung muss auf ihre tatsächliche Bedeutung geprüft werden: Transport, Verarbeitung und Buchung können verschiedene Zustände sein. Vergleichen Sie das Ergebnis in beiden Systemen mit Charge, Menge, Einheit, Status und Auftrag. Die Academy beschreibt SAP-IDoc- und RFC-Themen, aber keine universelle Transaktionsgarantie. Ihr Test sollte auch Fehlerbehebung und Wiederholung einschließen.

Quellen: [7] [10]

Muss LFS jede doppelte Nachricht automatisch abweisen?

Eine bestimmte technische Implementierung lässt sich aus den öffentlichen Unterlagen nicht ableiten. Entscheidend ist ein begründetes Verfahren, das ungewollte Doppelwirkungen verhindert oder rechtzeitig erkennt und kontrolliert auflöst. Legen Sie hierfür messbare Akzeptanzkriterien fest. Bei kritischer unmittelbarer Materialverwendung kann eine erst später bemerkte Differenz unzureichend sein. Bewerten Sie deshalb Kontrollzeitpunkt und mögliche Prozessfolge.

Quellen: [6] [10]

Ist die vorhandene Sperrhistorie automatisch ein vollständiger Audit Trail?

Nein. Die beschriebene Historie ist ein Ansatzpunkt, dessen tatsächliche Abdeckung Sie prüfen müssen. Untersuchen Sie relevante Änderungen, Löschungen, Benutzeridentität, Zeitpunkt und Änderungsgrund sowie Export und Review. Auch Eingriffe außerhalb normaler Masken gehören in die Risikobetrachtung. Der erforderliche Umfang ergibt sich aus der Datenverwendung; nicht jede logistische Anzeige benötigt denselben Nachweis.

Quellen: [5] [8] [10]

Ersetzt die MHD-Steuerung eine Retest-Regel für Ausgangsstoffe?

Nicht ohne geeignete Spezifikation und Nachweis. Verfalldatum, Mindesthaltbarkeit und Wiederholungsprüfdatum haben unterschiedliche Bedeutungen. Für Ausgangsstoffe ist unter anderem die Verwendung innerhalb der vorgesehenen Wiederholungsprüffrist relevant. Prüfen Sie, welches Feld und welche Regel Ihr Prozess benötigt, wie Grenzdaten wirken und wer Änderungen vornehmen darf. Eine allgemeine MHD-Funktion belegt diesen Zusammenhang noch nicht.

Quellen: [5] [4] [12]

Wer muss im KMU an der LFS-Validierung mitwirken?

Sie brauchen die Kenntnisse und Entscheidungsbefugnisse für Lagerablauf, Materialverwendung, IT-Betrieb und die betroffenen Schnittstellen. Je nach Aufbau kommen Qualitätsfunktionen, ERP- und Automationspartner hinzu. Eine feste Rollenliste für jede Organisation wäre unpassend. Klären Sie konkrete Ergebnisse: Wer bestimmt die Sperrwirkung, liefert Prüfdaten, bewertet Fehler und entscheidet über die Nutzung? Vertretungen sollten dabei mitgedacht werden.

Quellen: [10] [6] [8]

Welche Änderungen lösen eine erneute Prüfung aus?

Bewerten Sie insbesondere geänderte Qualitätscodes, Reservierungsregeln, Schnittstellenfelder, Einheiten, mobile Dialoge und Automationsabläufe. Der Prüfbedarf folgt der möglichen Wirkung und vorhandenen Evidenz, nicht allein der Größe einer Versionsnummer. Ein kleiner Parameter kann eine kritische Sperre verändern. Dokumentieren Sie die Begründung, wählen Sie passende Regressionstests und prüfen Sie nach Einführung, ob die Änderung wie vorgesehen wirkt.

Quellen: [10] [5] [1]

Quellen & fachlicher Stand

Quellenstand 6. Oktober 2026. EPG verwendet LFS und EPG ONE WMS; eine aktuelle numerische Softwareversion ist hier nicht öffentlich belegt. Academy-Seiten sind Schulungsbeschreibungen, keine versionsgebundenen Bedienhandbücher. Die ältere LFS-Broschüre dient nur zur Einordnung und erfordert aktuelle Bestätigung. EU-GMP bezieht sich auf den erläuterten Humanarzneimittel-Einsatz; GDP wird getrennt betrachtet.

  1. EPG ONE Warehouse Management System
  2. EPG: Warehouse Management System LFS – Factsheet
  3. EPG/Ehrhardt + Partner: LFS integrated total solution
  4. EPG: Chemical, Pharma & Healthcare
  5. EPG Academy: Quality management in LFS
  6. EPG Academy: Interfaces
  7. EPG Academy: SAP interface
  8. EPG Academy: Systemadministration in LFS
  9. Europäische Kommission: EudraLex Volume 4
  10. EU-GMP Annex 11: Computerised Systems, Revision Januar 2011
  11. EU-GMP Kapitel 4: Documentation, Januar 2011
  12. EU-GMP Kapitel 5: Production, Revision 2014/2015
  13. EU-GMP Kapitel 3: Premises and Equipment
  14. Europäische Kommission: GDP-Leitlinien für Humanarzneimittel

Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.

Daniel Herrmann, Daniel Herrmann Consulting

Daniel Herrmann Consulting

Den tatsächlichen LFS-Einsatz strukturiert prüfen

Wir unterstützen Sie dabei, kritische Lagerentscheidungen, Schnittstellen und vorhandene Nachweise zu einem belastbaren Prüfauftrag zusammenzuführen.

  • IT-GxP-Audit →

    Vorhandene Sperr-, Rollen- und Betriebsnachweise gezielt auf Lücken untersuchen.

  • IT-GxP-Consulting →

    Anforderungen, Risikoanalyse und konkrete End-to-End-Prüffälle für Ihre Lagerkonfiguration entwickeln.

Ihr Vorhaben besprechenEinblicke in unsere Projektarbeit →