Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste vorab
Was gehört zur Validierung von SimplerQMS?
Prüfen Sie SimplerQMS anhand Ihrer vorgesehenen Qualitätsprozesse, konfigurierten Rollen und übernommenen Daten. Bewerten Sie das Herstellerpaket auf Versionsbezug, Prüfumfang und offene Lücken. Ergänzen Sie gezielte Nachweise für Dokumentzustände, Training, Qualitätsvorgänge und Schnittstellen. Klären Sie außerdem die tatsächliche Betriebsarchitektur, die Verantwortlichkeiten bei Updates und die langfristige Zugänglichkeit Ihrer Aufzeichnungen.
- Herstellerpaket und kundenspezifische Eignung über eine nachvollziehbare Zuordnung verbinden.
- Dokumentdatei, Metadaten, Freigabe und Historie bei der Migration gemeinsam betrachten.
- Aktuelle Betriebsarchitektur der eigenen Umgebung belegen; widersprüchliche öffentliche Angaben nicht vermischen.
- Softwarestand, QMS-Konfiguration und Dokumentversion getrennt führen.
Welche SimplerQMS-Umgebung wird validiert?
SimplerQMS wird aktuell als cloudbasiertes eQMS mit Microsoft-Office-Anbindung angeboten. Die eigene Technologieseite nennt Amazon Web Services als Hostingplattform sowie Single Sign-on über Microsoft Entra ID oder Google Workspace. Sie beschreibt außerdem eine API für Verbindungen zu anderen Anwendungen. Eine Office-Anbindung bedeutet nicht, dass die gesamten QMS-Daten in Ihrem Microsoft-365-Mandanten liegen.
Eine wichtige Grenze der öffentlichen Angaben: Der M-Files-Katalog beschreibt SimplerQMS weiterhin mit M-Files und Azure. Aus den geöffneten Seiten lässt sich keine belastbare Umstellungs- oder Versionshistorie ableiten. Für die aktuelle öffentliche Produktbeschreibung ist die eigene Herstellerseite maßgeblich. Lassen Sie sich für Ihre konkrete Umgebung Plattform, Hosting, Datenstandorte und beteiligte Dienstleister schriftlich bestätigen.
Der Artikel betrachtet Qualitätsprozesse für die GMP-Herstellung von Humanarzneimitteln. Anforderungen aus Medizinprodukterecht oder klinischen Anwendungen werden nicht automatisch übertragen. FDA Part 11 ist anhand der einschlägigen FDA-Aufzeichnungspflichten und Ihrer elektronischen Nutzung zu beurteilen. Eine allgemeine Compliance-Liste des Anbieters ersetzt diese Abgrenzung nicht.
Was belegt das Herstellerpaket tatsächlich?
Der Hersteller nennt Validierungsverfahren, Validierungsplan, Bericht sowie IQ-, OQ- und PQ-Unterlagen. Er beschreibt außerdem eine erneute Validierung bei neuen Versionen und Standardupdates. Diese Leistungen können Ihre Nachweisführung unterstützen. Die Aussage, damit entfalle jegliche eigene Validierungsarbeit, sollte jedoch nicht als Freigabekriterium für Ihren Betrieb übernommen werden.
Fordern Sie das konkrete Paket für den vorgesehenen Stand an. Ordnen Sie jede risikorelevante Anforderung einem belastbaren Beleg zu. Entscheidend ist nicht die Zahl gelieferter Dokumente, sondern die Abdeckung Ihres Ablaufs. Ein Paket darf beispielsweise eine Standardgenehmigung belegen, ohne damit jede Ihrer standortspezifischen Rollenentscheidungen geprüft zu haben.
| Gelieferter Baustein | Damit zu klärende Frage | Eigene Ergänzung bei einer Lücke |
|---|---|---|
| Validierungsplan und Bericht | Welche Version, Umgebung und Funktionen wurden bewertet? | Freizugebenden Kundenscope abgleichen und Abweichungen dokumentieren. |
| IQ-/OQ-/PQ-Unterlagen | Welche Tests wurden mit welchen Voraussetzungen ausgeführt? | Nicht abgedeckte Konfiguration und kritische End-to-End-Abläufe prüfen. |
| Vorkonfigurierte Workflows | Passen die Rollen und Entscheidungen zu Ihren SOPs? | Fachliche Regeln und Berechtigungsmatrix bestätigen. |
| Migrationsunterstützung | Welche Inhalte, Metadaten und historischen Bezüge werden übernommen? | Mapping, Fehlerfälle und Abnahme der Daten festlegen. |
| Updateunterlagen | Welche Änderungen betreffen Ihren freigegebenen Einsatz? | Auswirkung, erforderliche Nachtests und Betriebsentscheidung bewerten. |
Dokumentdatei, Vorlage und Qualitätsaufzeichnung unterscheiden
Die aktuelle Dokumentenübersicht beschreibt einen gesteuerten Lebenszyklus, Versionen und Dokumenteigenschaften wie Typ, Prozess, Eigentümer und Gültigkeitsdatum. Arbeitsfassungen werden von gültigen Fassungen unterschieden. Diese Funktionen sind besonders dort zu prüfen, wo Mitarbeiter in Word arbeiten und anschließend im QMS genehmigen oder eine gültige Anweisung suchen.
Betrachten Sie drei unterschiedliche Objekte: Eine SOP beschreibt den Ablauf. Eine leere Vorlage strukturiert die spätere Erfassung. Ein ausgefülltes Formular dokumentiert ein konkretes Ereignis. Eine neue Vorlagenversion darf historische Aufzeichnungen nicht stillschweigend inhaltlich verändern. Prüfen Sie deshalb, wie verwendete Vorlage, gespeicherte Inhalte und Freigabe zueinander nachvollziehbar bleiben.
Nutzen Sie einen Grenzfall: Ein Mitarbeiter bearbeitet eine neue SOP-Fassung, während ein Kollege die aktuell gültige Fassung benötigt. Beide müssen den richtigen Stand für ihre Aufgabe erkennen. Ergänzen Sie den Fall eines lokal gespeicherten Ausdrucks oder einer heruntergeladenen Datei. Die zentrale Versionskontrolle allein verhindert keine Verwendung einer unkontrollierten Kopie außerhalb des vereinbarten Ablaufs.
Migration als fachliche Übernahme planen
SimplerQMS beschreibt im Einführungsprozess eine Analyse vorhandener Dokumente, die Festlegung von Anforderungen und eine Übernahme mit Review- und Freigabeabläufen. Eine neue Genehmigung im Zielsystem kann den dortigen Ausgangsstand festlegen. Sie darf jedoch nicht als ursprüngliche historische Unterschrift ausgegeben werden.
Erstellen Sie vor der Übernahme eine Zuordnungsliste. Sie enthält beispielsweise Quell-ID, fachliche Version, Dateiformat, Gültigkeitsdatum, Status, Eigentümer und zugehörige Aufzeichnungen. Bei offenen CAPA oder Änderungen kommen Verantwortliche, Fristen und noch ausstehende Entscheidungen hinzu. Bei abgeschlossenen Vorgängen steht die nachvollziehbare Historie im Vordergrund.
Entscheiden Sie bewusst, welche Altdaten übernommen und welche in einem kontrollierten Archiv gehalten werden. Das ist insbesondere bei historischen Signaturen relevant. Lassen sich bestimmte Eigenschaften technisch nicht gleichwertig importieren, beschreiben Sie einen geeigneten Erhaltungs- und Zugriffsweg. Übernehmen Sie nicht einfach ein PDF und behaupten anschließend, alle Beziehungen und Metadaten seien erhalten.
Planen Sie einen Probelauf und einen eindeutig festgelegten Übergabezeitpunkt. Änderungen nach dem ersten Export müssen entweder zusätzlich übernommen oder ausgeschlossen und dokumentiert werden. Gleiche Dateianzahlen beweisen keine inhaltliche Vollständigkeit; prüfen Sie eindeutige Zuordnung, Inhalt, Status und benötigte Beziehungen.
Illustratives Testbeispiel: Ein kleiner QMS-Bestand zieht um
Dieses frei entwickelte Beispiel wurde nicht in SimplerQMS ausgeführt. Ein Unternehmen übernimmt 24 gültige SOPs, sechs leere Formulare und drei offene CAPA-Vorgänge. Historische Originalnachweise sollen in einem definierten Altarchiv bleiben. Eine der SOPs hat die fachliche Version 7; das neue System darf daraus nicht die Behauptung einer erstmaligen Erstellung machen.
Die Testumgebung erhält einen dokumentierten Software- und Konfigurationsstand. QA definiert die Akzeptanzkriterien vorab. Die Testdaten enthalten bewusst einen fehlenden Eigentümer, eine doppelte Quell-ID und einen CAPA-Verantwortlichen, der das Unternehmen verlassen hat. Die gewünschte Reaktion wird spezifiziert; sie wird hier nicht als automatisch vorhandene Produktfunktion behauptet.
| Testfall | Ausgangsdaten oder Aktion | Erwarteter fachlicher Nachweis |
|---|---|---|
| M1 – Bestandsabgleich | 24 SOPs, sechs Vorlagen und drei offene Vorgänge übernehmen. | 33 eindeutige Zuordnungen; zusätzlich Inhalt und Objektart kontrolliert. |
| M2 – Dublette | Zwei Datensätze tragen dieselbe Quell-ID. | Konflikt erkannt und vor Abnahme geklärt; keine stille Überschreibung. |
| M3 – Historische Version | SOP-QA-008 mit fachlicher Version 7 importieren. | Quellversion bleibt nachvollziehbar; neue Systemfreigabe ist separat erkennbar. |
| M4 – Rollenwechsel | Offene CAPA hat ausgeschiedenen Verantwortlichen. | Neue Zuständigkeit wird kontrolliert festgelegt; Historie bleibt verständlich. |
| M5 – Training | Eine relevante SOP ändern; betroffene und unbetroffene Gruppe vergleichen. | Passende Trainingszuordnung; offener Bedarf bleibt sichtbar. |
| M6 – Lesbarkeit | Einen Vorgang samt Altarchivbezug aus dem Anwenderprozess abrufen. | Dateien, Entscheidungen und relevante Verknüpfungen sind zugänglich und verständlich. |
Rollen, Training und Änderungen bewusst konfigurieren
Die Herstellerseite zur Einführung nennt Konfigurationsentscheidungen, die in Benutzeranforderungen festgehalten werden, sowie organisationsbezogene Rollen und Rechte. Nutzen Sie diese Phase für konkrete Entscheidungen: Wer verfasst, prüft und genehmigt eine SOP? Wer vertritt eine abwesende Person? Wer kann Verantwortlichkeiten oder Termine ändern?
SimplerQMS beschreibt Training Rules, über die Dokumente sowie Gruppen oder Mitarbeiter zugeordnet werden. Die Change-Control-Seite nennt die Festlegung, welche Dokumenttypen einen Änderungsprozess benötigen. Prüfen Sie deshalb eine formale SOP-Änderung getrennt von einer Korrektur an einem nicht kritischen Begleitdokument. Es sollte erkennbar sein, warum ein bestimmter Weg gewählt wurde.
Eine Trainingsunterschrift ist ein Nachweis über den bestätigten Vorgang. Ob eine Person eine Tätigkeit sicher beherrscht, hängt zusätzlich von Inhalt und Methode der Schulung ab. Definieren Sie für kritische Aufgaben eine geeignete Erfolgskontrolle. Testen Sie außerdem einen Rollenwechsel: Der Zugriff kann bereits angepasst sein, während die fachlich erforderliche Schulung noch fehlt.
CAPA-Inhalte und elektronische Entscheidungen nachvollziehen
SimplerQMS beschreibt CAPA-Dokumente auf Basis eigener oder bereitgestellter Vorlagen, Verbindungen zu Qualitätsereignissen und Erinnerungen für Wirksamkeitsprüfungen. Das ist ein anderer Prüfgegenstand als die bloße Ablage eines ausgefüllten Formulars. Legen Sie fest, welche Informationen vorliegen müssen, bevor eine Maßnahme akzeptiert wird.
Prüfen Sie einen Fall mit unzureichendem Umsetzungsbeleg. Kann QA die Bearbeitung zurückgeben und bleibt die erneute Einreichung nachvollziehbar? Kontrollieren Sie Inhalt, Metadaten und Unterschriftsbezug gemeinsam. Ein Dateiname mit dem Wort „freigegeben“ ist kein Ersatz für eine nachvollziehbare elektronische Entscheidung.
Bestimmen Sie, welche Änderungen und historischen Informationen in welchem Review betrachtet werden. Ein technischer Audit Trail kann die Nachverfolgung unterstützen; er bewertet die fachliche Qualität der Ursachenanalyse nicht selbst. Die Wirksamkeit entsprechender CAPA ist gemäß pharmazeutischem Qualitätsprozess zu beurteilen. Eine Erinnerung ist dabei ein organisatorischer Auslöser, kein Wirksamkeitsnachweis.
Softwareupdates und Konfigurationsänderungen getrennt bewerten
Führen Sie drei Stände auseinander: die SimplerQMS-Softwareversion, Ihre freigegebene Konfiguration und die fachliche Dokumentversion. Eine unveränderte SOP kann nach einem Softwareupdate anders dargestellt werden. Umgekehrt kann eine geänderte Trainingsregel den Betrieb beeinflussen, obwohl die Softwareversion gleich bleibt.
Der Hersteller beschreibt erneute Validierung bei neuen Versionen und Standardupdates. Daraus folgt noch kein belastbarer kundenbezogener Zeitplan für Benachrichtigung, eigene Prüfung oder Rückfall. Vereinbaren Sie diese Punkte konkret. Sichern Sie zu einer Änderung die passenden Releaseinformationen, Herstellerbelege und Ihre Auswirkungsbewertung.
Wählen Sie Nachtests nach der betroffenen Funktion: Bei einer Änderung des Freigabewegs beispielsweise Rollen und Signaturen; bei Dokumentdarstellung ein repräsentatives Formular mit Tabellen und Anlagen; bei Training die Zuordnung eines neuen Mitarbeiters. Dokumentieren Sie auch, weshalb bestimmte Prüfungen nicht erforderlich sind. Eine vollständige Wiederholung aller bisherigen Tests nach jeder Änderung ist ebenso wenig pauschal begründet wie der Verzicht auf jede eigene Bewertung.
Office, SSO und Datenherausgabe in den Betrieb einbeziehen
Die aktuelle Technologieseite beschreibt Office-Anbindung, SSO und API-Möglichkeiten. Prüfen Sie nur die tatsächlich genutzten Verbindungen. Eine angebotene API beweist weder eine fertig eingerichtete ERP-Schnittstelle noch die richtige Behandlung fehlgeschlagener Übertragungen.
Für einen Office-Prozess eignet sich ein kontrollierter Abbruchfall: Eine Bearbeitung wird unterbrochen, bevor die Änderung im QMS bestätigt ist. Prüfen Sie anschließend den gespeicherten Stand und die Benutzerinformation. Beim Identitätsdienst betrifft ein wichtiger Fall den Austritt eines Mitarbeiters: Der Zugang muss passend zum definierten Verfahren enden, während historische Entscheidungen verständlich bleiben.
Lassen Sie sich Sicherung und Wiederherstellung für Ihre Betriebsform erklären und belegen. Planen Sie auch den Ausstieg aus dem Dienst. Klären Sie früh, welche Inhalte, Versionen, Signaturen, Beziehungen und Historien exportiert werden können und in welchem Format sie später nutzbar bleiben. Ein Sicherungsintervall aus einer Produktbeschreibung ist keine Garantie für eine bestimmte Wiederanlaufzeit oder einen vollständig lesbaren Archivexport.
Was QA, IT und Geschäftsführung vor dem Start beitragen
Bei einem kleineren Unternehmen liegen die Aufwandstreiber häufig in den Altbeständen und offenen Entscheidungen: uneinheitliche Dokumentnummern, abweichende Freigaben je Standort, ungeklärte Schulungsgruppen und offene Qualitätsvorgänge. Bereiten Sie diese Themen vor, bevor Termine für Migration und Betriebsstart festgelegt werden.
QA verantwortet die fachlichen Anforderungen und die Beurteilung der Nachweise. IT und Systemverantwortliche klären Umgebung, Zugriff und Betrieb; Prozessverantwortliche liefern repräsentative Fälle. Die Geschäftsführung stellt Entscheidungskapazität und Ressourcen sicher. Der Anbieter kann unterstützen, aber unbekannte lokale Abläufe nicht zuverlässig erraten.
- Betriebsarchitektur, Leistungsumfang und tatsächlicher Softwarestand sind dokumentiert.
- GMP-Scope und erforderliche Qualitätsaufzeichnungen sind abgegrenzt.
- Herstellerpaket und verbleibende Nachweislücken sind bewertet.
- Dokumenttypen, Versionen und Freigabewege sind fachlich entschieden.
- Datenmapping, Altarchiv und Abnahme der Übernahme sind festgelegt.
- Trainingszuordnung, Stellvertretung und Berechtigungen wurden geprüft.
- Updateprozess, Störungseskalation und Nachweisablage sind einsatzfähig.
- Wiederherstellung und langfristiger Datenzugriff haben konkrete Akzeptanzkriterien.
Häufige Fragen zu SimplerQMS
Entfällt die eigene Validierung durch das SimplerQMS-Paket?
Das Paket kann wesentliche Prüfungen und Dokumente liefern. Es ersetzt jedoch nicht die Bewertung, ob Ihr tatsächlicher Einsatz damit abgedeckt ist. Prüfen Sie Version, Konfiguration, Rollen und Datenübernahme gegen die Belege. Ergänzen Sie nur begründet fehlende Nachweise. So vermeiden Sie sowohl unnötige Doppelprüfungen als auch eine Freigabe, die ausschließlich auf einer allgemeinen Herstellerzusage beruht.
Läuft SimplerQMS auf AWS, Azure oder M-Files?
Die aktuell geöffnete eigene Technologieseite nennt AWS. Der ebenfalls verfügbare M-Files-Katalog beschreibt M-Files und Azure. Ein verlässlicher zeitlicher oder versionsbezogener Zusammenhang ist daraus nicht ableitbar. Verwenden Sie für Ihre Systembeschreibung den vom Anbieter bestätigten Stand Ihrer Umgebung einschließlich Hosting und Unterauftragnehmern. Eine Microsoft-Office-Anbindung ist allein kein Beleg für Azure-Hosting.
Welche Versionsnummer gehört in die Validierungsunterlagen?
Erfassen Sie den tatsächlichen Softwarestand und die dazugehörige Konfiguration. Dokumentieren Sie zusätzlich, welche Versionen wichtiger Vorlagen oder Arbeitsanweisungen im Test verwendet wurden. Das sind unterschiedliche Informationen. Öffentlich verfügbare Marketingseiten nennen nicht zwingend den aktuellen Stand Ihres Mandanten. Lassen Sie Release und Paketbezug bestätigen, statt eine ältere öffentlich auffindbare Versionsnummer als aktuell zu übernehmen.
Können bestehende SOPs einfach importiert und sofort genutzt werden?
Die Dateiverfügbarkeit allein reicht nicht. Klären Sie Dokumentart, Status, fachliche Version, Eigentümer und Gültigkeit. Der Hersteller beschreibt einen Migrationsablauf mit Review und Genehmigung zur Festlegung des Ausgangsstands. Entscheiden Sie, welche Prüfung erforderlich ist und wie ursprüngliche Nachweise erhalten bleiben. Prüfen Sie anschließend auch, ob die richtige Zielgruppe das Dokument findet und gegebenenfalls geschult werden muss.
Wie behalten wir historische Unterschriften bei der Migration?
Definieren Sie zuerst, welche Originalaufzeichnungen und zugehörigen Informationen erhalten bleiben müssen. Eine neue Genehmigung in SimplerQMS ist eine neue Handlung; sie ersetzt keine alte Unterschrift. Lassen Sie die tatsächlich unterstützte Übernahmeform demonstrieren. Falls historische Nachweise im Altarchiv bleiben, brauchen Sie einen eindeutigen Bezug, geregelten Zugriff und eine für die Aufbewahrungsdauer geeignete Lösung.
Müssen alle Nutzer dieselben Rechte erhalten, damit Workflows funktionieren?
Nein. Leiten Sie Rechte aus Aufgaben und Verantwortlichkeiten ab. SimplerQMS beschreibt rollenbezogenen Zugriff; Ihre Prüfung sollte erlaubte und unerlaubte Aktionen umfassen. Testen Sie zusätzlich Vertretung, Standortwechsel und Austritt. Eine vermeintliche Prozesslösung durch umfassende Administratorrechte kann die gewünschte Trennung zwischen Bearbeitung, Bewertung und Konfigurationsänderung aufheben.
Wie prüfen wir Training nach einer SOP-Änderung?
Vergleichen Sie betroffene und unbetroffene Gruppen mit der verwendeten Dokumentversion. Prüfen Sie einen offenen Trainingsfall, einen neuen Mitarbeiter und einen Rollenwechsel. Entscheiden Sie, wann der neue Arbeitsablauf angewendet werden darf und welche Kontrolle dies absichert. Eine elektronische Bestätigung muss zum Trainingsgegenstand passen; praktische Befähigung wird nicht allein durch eine abgeschlossene Aufgabe bewiesen.
Ist eine CAPA mit abgeschlossenen Aufgaben auch nachweislich wirksam?
Nicht automatisch. Erledigte Aufgaben zeigen zunächst die dokumentierte Umsetzung. Die Wirksamkeitsbewertung braucht passende Kriterien und aussagekräftige Beobachtungen. SimplerQMS beschreibt Erinnerungen für entsprechende Prüfungen; die fachliche Bewertung nimmt das zuständige Team vor. Legen Sie bereits bei der Planung fest, welche Ergebnisse eine erfolgreiche Maßnahme belegen und wie ein unzureichendes Ergebnis weiterbearbeitet wird.
Wie aufwendig ist die Einführung für ein kleines Team?
Entscheidend sind Prozessvielfalt, Zustand der Altdokumente, Rollenmodell und genutzte Anbindungen. Bereiten Sie eine vollständige Bestandsliste sowie offene Entscheidungen vor und benennen Sie verfügbare Ansprechpartner. Der Hersteller beschreibt Workshops und Unterstützung bei Konfiguration und Migration. Eine allgemeine Wochenzahl sagt jedoch wenig darüber aus, ob Ihr Team rechtzeitig die Daten bereinigt und fachliche Entscheidungen treffen kann.
Quellen: [4]
Müssen wir nach einem Standardupdate alles neu testen?
Bewerten Sie zunächst, was sich geändert hat und welche freigegebenen Abläufe betroffen sind. Nutzen Sie die versionsbezogenen Herstellerbelege und ergänzen Sie passende Prüfungen für Ihre Konfiguration. Halten Sie die Entscheidung nachvollziehbar fest. Bei einer Änderung der Office-Anbindung kann ein Dokumenttest relevant sein, während eine unveränderte CAPA-Konfiguration keinen vollständigen neuen Durchlauf allein wegen der Versionsnummer verlangt.
Quellen & fachlicher Stand
Hersteller- und Behördenquellen wurden am 6. Oktober 2026 geöffnet. Die eigene aktuelle Technologieseite ist die führende öffentliche Produktbeschreibung; abweichende Angaben im M-Files-Katalog belegen keine allgemeine Versions- oder Hostinghistorie. Beispielbestand, Testmatrix und Checkliste sind eigene illustrative Arbeitshilfen, keine ausgeführten Produkttests.
- SimplerQMS: Technology Platform
- M-Files Catalog: SimplerQMS
- SimplerQMS: Certification & Regulatory Compliance
- SimplerQMS: Implementation
- SimplerQMS: Document Control Software
- SimplerQMS: Training Management
- SimplerQMS: Change Control Management
- SimplerQMS: CAPA Management
- Europäische Kommission: EU-GMP Annex 11 — Computerised Systems
- FDA: Part 11, Electronic Records; Electronic Signatures — Scope and Application
- Europäische Kommission: EU-GMP Kapitel 4 — Documentation
- Europäische Kommission: EU-GMP Kapitel 2 — Personnel
- Europäische Kommission: EU-GMP Kapitel 1 — Pharmaceutical Quality System
- Europäische Kommission: EudraLex Volume 4 — aktuelle Dokumentübersicht
Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.
Den vorgesehenen SimplerQMS-Einsatz nachvollziehbar freigeben
Daniel Herrmann Consulting unterstützt Sie bei der Bewertung des Herstellerpakets, der Abgrenzung Ihrer Qualitätsprozesse und der Planung gezielter Prüfungen für Konfiguration und Datenübernahme.
- IT-GxP-Audit →
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- IT-GxP-Consulting →
Anforderungen, Migration, Tests und Betriebsregeln mit QA und IT umsetzen.
