Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste vorab
Wie validieren Sie Cornerstone Learning für GMP-Schulungen?
Validieren Sie Cornerstone Learning für den konkret beschriebenen Schulungsprozess: richtige Personen, freigegebener Inhaltsstand, passende Abschlussbedingungen und dauerhaft verständliche Nachweise. Ordnen Sie vorhandene IV&V-Unterlagen den tatsächlich genutzten Funktionen zu und ergänzen Sie fehlende Prüfungen. Versionsäquivalenz, dynamische Zuweisung und Signaturen brauchen eigene Entscheidungen. Ein Lieferantenpaket oder der Status Completed ersetzt weder diese Bewertung noch den Nachweis praktischer Schulungswirksamkeit.
- Cornerstone Learning und IV&V Maintenance sind belegte Angebote; eine eigene Edition „Validated Cloud“ wird nicht vorausgesetzt.
- Requires retraining und Completed Equivalent setzen unterschiedliche fachliche Entscheidungen um.
- Eine Signaturpflicht kann von Organisationseinheit und Lernobjekt gemeinsam abhängen.
- Dynamische Wiederzuweisung stellt manuell entfernte Schulungen nicht automatisch wieder her.
Cornerstone Learning im GMP-Schulungsprozess abgrenzen
Cornerstone Learning kann Entwicklungsangebote, freiwillige Kurse und verbindliche Schulungen verwalten. Für die Validierung zählt, welche dieser Funktionen Ihre GMP-Prozesse unterstützen. Führen Sie dort den maßgeblichen Nachweis einer Herstellungsanweisung, hat ein falscher Versions- oder Abschlussstatus andere Folgen als bei einer freiwilligen Sprachschulung.
Dieser Leitfaden behandelt den Einsatz für Humanarzneimittel-GMP. Der aktuelle EudraLex-Index führt dafür Kapitel 2 zur Schulung, Kapitel 4 zur Dokumentation und Annex 11 zu computergestützten Systemen. Klinische Prüfungen, Medizinprodukte, Veterinärarzneimittel und gegebenenfalls US-Anforderungen benötigen eine eigene Einordnung. Ein internationaler Anbieter macht diese Regelbereiche nicht automatisch gemeinsam anwendbar.
Öffentlich belegt sind Cornerstone Learning für Life Sciences und der ergänzende IV&V Maintenance Service. Eine eigene aktuelle Edition namens Cornerstone Validated Cloud wird hier nicht vorausgesetzt. Halten Sie das tatsächlich bestellte Angebot, die eingesetzten Module, Schnittstellen und Zuständigkeiten fest. Die Bezeichnung „validated“ beschreibt noch nicht die Eignung Ihrer Konfiguration. Ebenso bleibt die praktische Wirksamkeit einer Schulung fachlich zu bewerten: Ein gespeicherter Abschluss beantwortet diese Frage allein nicht.
IV&V-Unterlagen gezielt auf Ihre Nutzung beziehen
Cornerstones Datenblatt von 2026 beschreibt Impact Assessments, formale Validierungsunterlagen und ausgeführte Testskripte für die jeweils erfassten Releaseelemente. Grundlage sind sogenannte Critical-to-Customer-Anforderungen. Genannt werden außerdem Pläne, Änderungsprotokolle, Traceability-Matrizen und Berichte. Das ist konkretere Unterstützung als eine allgemeine Aussage zur Branchengeeignetheit.
Entscheidend bleibt die Abdeckung: Welche Funktion wurde mit welcher Konfiguration und welchem Ergebnis geprüft? Passt das zu Ihrem Schulungsprozess? Lassen sich offene Befunde und ausgeschlossene Funktionen beurteilen? Das öffentliche Datenblatt ist kein Ersatz für das tatsächlich gelieferte Paket. Auch das darin erwähnte Regulatory Position Paper muss für die projektbezogene Bewertung verfügbar sein.
Die folgende Arbeitshilfe verbindet Lieferantenevidenz mit eigenen Entscheidungen. Nutzen Sie passende Belege nach dokumentierter Bewertung. Fehlt die Verbindung zur eigenen Nutzung, ergänzen Sie gezielt Prüfungen. Ein kompletter Doppeltest sämtlicher Herstellerfunktionen folgt daraus ebenso wenig wie eine automatische Übernahme des Lieferantenurteils.
| Prüffeld | Nutzbarer Lieferantenbeleg | Eigener Abgleich |
|---|---|---|
| Releaseumfang | Impact Assessment und erfasste Releaseelemente | Betroffene eigene Schulungen, Konfigurationen und Datenwege bestimmen. |
| Funktionsprüfung | Ausgeführte Skripte mit Ergebnissen und Befunden | Passende Voraussetzungen und verbleibende Fehlerfälle benennen. |
| Nachschulung | Anforderungs- und Testbezug zur Versionierung | Fachliche Entscheidung zwischen neuer Schulung und Äquivalenz belegen. |
| Signatur | Dokumentierte technische Kontrollfunktion | Tatsächlich wirksame OU-/Objekteinstellungen und Identitätsprüfung prüfen. |
| Betrieb | Wartungsunterlagen und vereinbarte Leistungen | Zuständigkeit für Änderungen, Nachweise, Aufbewahrung und Störungen festhalten. |
Vor der Konfiguration das Schulungssoll festlegen
Beginnen Sie mit einer konkreten Anweisung und ihrem betroffenen Personenkreis. Welcher freigegebene Inhalt wird geschult? Welche Tätigkeit setzt diese Schulung voraus? Woran erkennt der Fachbereich, dass sie erfolgreich war? Beschreiben Sie außerdem, wer Ausnahmen entscheidet und wie eine erforderliche praktische Einweisung ergänzt wird.
Eine geeignete Anforderung lautet beispielsweise: Nach einer fachlich wesentlichen Änderung müssen die betroffenen QA-Mitarbeiter die neue Kursversion bearbeiten und den vorgesehenen Abschluss bestätigen. Eine frühere Teilnahme darf die neue Anforderung nur erfüllen, wenn die verantwortliche Stelle die Gleichwertigkeit begründet hat. Das ist ein beispielhaftes fachliches Soll, keine pauschale Regel für jede redaktionelle Korrektur.
Ordnen Sie diesem Soll die Daten zu: eindeutige Benutzerkennung, Organisationszuordnung, Kursversion, Wirksamkeitsdatum, Abschlussbedingungen und gegebenenfalls Signatur. Daraus entstehen die relevanten Fehlerfälle. Eine fehlende Person in der Zielgruppe, ein Abschluss für den falschen Inhalt und eine zu weitreichende Administratorberechtigung benötigen unterschiedliche Kontrollen. Die reine Anzahl abgeschlossener Kurse kann diese Unterschiede verdecken.
Neue Kursversion: Nachschulung oder anerkannte Gleichwertigkeit?
Die Cornerstone-Hilfe unterscheidet bei Online-Kursen Append und Replace. Append ermöglicht parallele Versionen; Replace ersetzt die vorherige Version zum Wirksamkeitsdatum. Die Auswahl beim ersten Versionieren prägt spätere Versionen. Prüfen Sie deshalb die vorhandene Versionierung, bevor Sie einen neuen SOP-Stand verteilen.
Eigenständig ist die Entscheidung zur Version Equivalency. Requires retraining sieht eine neue Schulung vor; Completed Equivalent kann einen früheren Abschluss anerkennen. Diese Einstellung muss der fachlichen Änderungsbewertung folgen. Der Titel „Version 2“ allein sagt weder, dass eine Nachschulung notwendig ist, noch, dass sie tatsächlich ausgelöst wurde.
Benutzerfilter berücksichtigen unter anderem Kursversion, bisherigen Status und Zuweisungsart. Bei einem zukünftigen Wirksamkeitsdatum berechnet das System die betroffene Benutzermenge erneut. Prüfen Sie daher auch zwischenzeitliche Organisationswechsel. Für eine belastbare Abnahme vergleichen Sie Kennungen und Versionen mit einer unabhängig erstellten Sollmenge. Die dokumentierten Regeln betreffen diesen Online-Kurs-Ablauf; übertragen Sie sie nicht ungeprüft auf Materialien, Curricula oder andere Zuweisungsmodelle.
Abschluss-Signatur und Veröffentlichungsrechte getrennt prüfen
Bei Steuerung auf Lernobjektebene verlangt Cornerstone zwei passende Einstellungen: Electronic Signature für die Organisationseinheit und Required Electronic Signature beim Lernobjekt. Sind die Voraussetzungen erfüllt, bleibt der Kurs nach den inhaltlichen Bestandteilen zunächst auf Pending Completion Signature. Erst die Bestätigung führt zum Status Completed.
Die erneute Eingabe von Benutzerkennung und Passwort ist separat konfigurierbar. Ein angezeigter Name oder eine dekorative Signaturschrift ersetzt deshalb keine Prüfung des tatsächlichen Verfahrens. Legen Sie die Bedeutung der Bestätigung fest: Teilnahme, Kenntnisnahme oder eine andere definierte Aussage. Prüfen Sie Identität, Zeitbezug und Verbindung zum betreffenden Nachweis.
Cornerstone weist außerdem darauf hin, dass eine später aktivierte Signaturpflicht keinen rückwirkenden Signaturschritt für vorher abgeschlossene Lernobjekte erzeugt. Historische Nachweise sind entsprechend ihrer damaligen Bedingungen zu bewerten. Bei Administratorrechten unterscheidet die Hilfe Upload und Veröffentlichung. Testen Sie mit realistischen Rollen, wer Inhalte vorbereiten darf und wer sie wirksam setzt. Technische Kursadministration und fachliche Genehmigungsbefugnis dürfen dabei nicht stillschweigend gleichgesetzt werden.
Prüfbeispiel: Eine neue SOP für drei Zielpersonen
Das folgende Szenario ist eine eigene illustrative Arbeitshilfe, kein Kundenfall und kein ausgeführter Cornerstone-Test. A, B und C gehören zur Zielgruppe QA; D liegt außerhalb. In Version 1 ist A abgeschlossen, B in Bearbeitung und C noch nicht begonnen. Die fachlich geänderte Version 2 erfordert für alle drei Zielpersonen Nachschulung und eine Abschluss-Signatur.
Für dieses Beispiel werden passende Filter und Requires retraining gewählt. Die erforderlichen Signaturbedingungen sind für Organisationseinheit und Lernobjekt aktiviert. Versionierungsverfahren, Wirksamkeitszeitpunkt und Testumgebung werden festgehalten. Eine unabhängige Liste mit den drei Sollkennungen bleibt als Vergleich erhalten; sie wird nicht aus dem später zu prüfenden Abschlussbericht erzeugt. Für den negativen Rollentest wird ein Testkonto mit Uploadrecht, aber ohne die benötigten Veröffentlichungsrechte eingerichtet.
| Prüfschritt | Erwartetes Ergebnis | Aufzubewahrender Prüfbeleg |
|---|---|---|
| Version 2 für A verteilen | Trotz altem Abschluss besteht die neue Schulungsanforderung. | Version, Filter, Äquivalenzeinstellung und Transcript vorher/nachher. |
| Version 2 für B und C verteilen | Beide Zielpersonen erhalten die neue Version entsprechend dem festgelegten Verfahren. | Getrennter Kennungs-/Versionsvergleich für B und C. |
| D als Gegenprobe prüfen | Dieser Versionslauf weist D keine Schulung zu. | Zielgruppenregel und geprüfte Nichtzuweisung. |
| A bearbeitet Inhalte, signiert aber nicht | Pending Completion Signature; das definierte Soll ist noch nicht erfüllt. | Zwischenstatus und ausstehender Schritt. |
| A bestätigt ordnungsgemäß | Version 2 ist für A abgeschlossen; B und C bleiben offen. | Identität, Version, Abschluss- und Signaturkontext. |
| Unberechtigte Rolle versucht Veröffentlichung | Die nicht erlaubte Aktion bleibt gesperrt. | Rollenstand, Versuch und tatsächliche Systemreaktion. |
Organisationswechsel und entfernte Schulungen berücksichtigen
Das Learning Assignment Tool unterstützt einmalige und dynamische Zuweisungen; Wiederholung und dynamische Entfernung besitzen eigene Einstellungen und Rechte. Dokumentieren Sie, welches Verfahren einen Nachweis erzeugt hat. Ein direkt zugewiesener Kurs und ein dynamisch verteilter Kurs müssen bei einem Rollenwechsel nicht dieselbe Wirkung zeigen.
Bei Dynamic Reassignment nennt Cornerstone eine wichtige Grenze: Die Wiederzuweisung setzt voraus, dass zuvor dynamisch entfernt wurde. Eine manuelle Entfernung vom Transcript oder eine Entfernung mit dem Training Removal Tool löst diesen Mechanismus nicht aus. Die Erwartung „Die Person kommt zurück, also wird alles automatisch wiederhergestellt“ reicht als Prüfannahme nicht.
Verfolgen Sie daher einen Eintritt, einen Wechsel aus dem Zielbereich und eine Rückkehr. Prüfen Sie Kursversion und Frist nach jedem Schritt. Bei Wiederzuweisung bestimmt die betreffende Zuweisung die Frist; für Kindobjekte eines Curriculums beschreibt die Hilfe Besonderheiten. Übernehmen Sie keine Beispieldauer als betriebliche Pflichtfrist. Fachbereich und Schulungsverantwortlicher müssen vorher festlegen, welche Schulung bei der Rückkehr noch erforderlich ist.
Historie, Schnittstellen und lesbare Schulungsbelege verbinden
Die Änderungshistorie eines Online-Kurses zeigt laut Cornerstone unter anderem Änderungsdatum, Benutzer und bearbeitete Dateien. Diese Ansicht hilft beim Nachvollziehen eines Inhaltswechsels. Sie belegt jedoch nicht automatisch sämtliche Änderungen an Zuweisungen, Signaturregeln, Benutzerstammdaten oder Berichten. Prüfen Sie die benötigten Nachweise je Objekt.
Für eine historische Schulungsentscheidung sollten die maßgebliche Person, der damals geschulte Inhalt und die Bedeutung des Abschlusses zusammen verständlich bleiben. Definieren Sie, wo diese Informationen liegen und wie sie bei ausgeschiedenen Mitarbeitern oder stillgelegten Kursen zugänglich bleiben. Ein heutiger Link auf die neueste SOP erklärt einen früheren Schulungsabschluss nicht ohne Weiteres.
Bei angebundenen HR- oder Dokumentensystemen gehört der Übergang in die Prüfung: richtige Kennung, zulässige Organisationszuordnung, eindeutiger Versionsbezug sowie Erkennung unvollständiger oder wiederholter Übertragungen. Dies sind eigene Prüfvorschläge, keine Behauptung bestimmter Cornerstone-APIs. Für Exporte bestimmen Sie den erforderlichen Kontext und prüfen Lesbarkeit und Vollständigkeit. Ein Bildschirmfoto oder eine CSV-Datei ist nicht allein wegen des Formats ein ausreichender Langzeitnachweis.
Releasebewertung mit dem eigenen Konfigurationsstand verbinden
Eine sinnvoll abgegrenzte Erstvalidierung schafft eine Ausgangsbasis: freigegebener Einsatz, Konfiguration, Rollen, Schnittstellen, belegte Anforderungen und entschiedene Befunde. Bei einem Update vergleichen Sie diesen Stand mit den relevanten Herstelleränderungen und Ihrem IV&V-Paket. Prüfen Sie anschließend, ob bisherige Nachweise weiter passen und welche ergänzenden Prüfungen erforderlich sind.
Die öffentliche Hilfe vom September 2026 enthält auch Hinweise auf Early-Adopter-Funktionen und verschobene Bereitstellungen. Eine Hilfeseite beweist deshalb nicht, dass eine Funktion in Ihrem Tenant aktiv ist. Halten Sie Produktstand, aktivierte Optionen und die für Sie geltende Wartungsplanung konkret fest.
Änderungen entstehen zudem außerhalb eines Herstellerreleases: neue Organisationsregeln, andere Signaturbedingungen oder eine angepasste Äquivalenzentscheidung können die Nachweise beeinflussen. Bewerten Sie deren Auswirkung kontrolliert. Bei einer unerwarteten Abschlusswelle klären Sie betroffene Personen und Inhalte, sichern Originalbelege und entscheiden über notwendige Maßnahmen. Ein erneuter grüner Einzeltest ersetzt diese Bewertung nicht; ebenso wenig verlangt jede Änderung automatisch die Wiederholung aller Tests.
Was ein KMU vorbereiten sollte: Rollen, Aufwand und Checkliste
Der größte Aufwandstreiber ist häufig die Vielfalt der tatsächlichen Regeln: mehrere Standorte, unterschiedliche Zielgruppen, bestehende Abschlüsse, Curricula und externe Datenwege. Beginnen Sie mit einem klar abgegrenzten Schulungsprozess und repräsentativen Abweichungen. Eine bloße Anzahl von Kursen beschreibt den Prüfbedarf nur unzureichend.
Der Fachbereich definiert Schulungsbedarf und Erfolgskriterien. QA ordnet die Nachweise in das Qualitätssystem ein. Der System Owner hält Konfiguration und Betrieb zusammen; IT bearbeitet Identitäten und Schnittstellen. Ein fachkundiger Kursadministrator stellt die konkreten Einstellungen bereit. Auch wenn mehrere Aufgaben bei derselben Person liegen, sollten Entscheidung und technische Ausführung erkennbar sein.
Vor Testbeginn sollten die folgenden Punkte beantwortet sein. Fehlende Informationen werden als offene Aufgaben mit Verantwortlichem behandelt, statt sie durch allgemeine Herstellerzusagen zu ersetzen.
- Einsatz und betroffene Schulungsentscheidungen im Humanarzneimittel-GMP-Prozess beschrieben.
- Tatsächlich bestellte Module, IV&V-Unterlagen und relevante Releaseelemente zugeordnet.
- Zielpersonen, Kursstände und begründete Nachschulungs-/Äquivalenzentscheidung festgelegt.
- Versionierungsfilter, Wirksamkeitsdatum und Signaturbedingungen dokumentiert.
- Positive und negative Rollen-, Zuweisungs- und Versionsfälle vorbereitet.
- Historische Belege, Datenwege und erforderlicher Exportkontext beschrieben.
- Befunde, Freigabeentscheidung und Vorgehen bei Änderungen mit Verantwortlichen vereinbart.
Häufige Fragen zu Cornerstone Learning
Ist Cornerstone Learning bereits durch den Hersteller validiert?
Cornerstone bietet mit IV&V Maintenance definierte Lieferantenbelege. Deren geprüfter Umfang muss zu Ihrer Nutzung passen. Fordern Sie die tatsächlich vereinbarten Unterlagen an und vergleichen Sie Anforderungen, Voraussetzungen, Ergebnisse und offene Befunde. Die Bezeichnung des Angebots oder ein Datenblatt allein belegt nicht Ihre konfigurierten Schulungsprozesse. Ergänzende eigene Prüfungen richten sich nach den verbleibenden Risiken und Nachweislücken.
Was ist mit Cornerstone Validated Cloud gemeint?
Die hier verwendeten öffentlichen Herstellerunterlagen beschreiben Cornerstone Learning für Life Sciences und den IV&V Maintenance Service. Eine eigenständige aktuelle Edition mit diesem genauen Namen wird nicht vorausgesetzt. Prüfen Sie bei Angeboten die konkrete Leistungsbeschreibung. Für Ihren Validierungsumfang sind eingesetzte Module, Konfiguration, Datenwege und gelieferte Nachweise entscheidend, nicht eine vereinfachte Produktbezeichnung.
Erfordert jede SOP-Änderung eine neue Schulung?
Das lässt sich nicht aus der Versionsnummer ableiten. Bewerten Sie, ob sich die erforderlichen Kenntnisse oder Tätigkeiten ändern. Bei einer fachlich relevanten Änderung kann Nachschulung erforderlich sein; eine begründete redaktionelle Korrektur kann anders behandelt werden. Setzen Sie die Entscheidung anschließend passend um. In Cornerstone dürfen Requires retraining und Completed Equivalent nicht unabhängig von dieser fachlichen Bewertung gewählt werden.
Woran erkenne ich, ob die neue Kursversion alle Betroffenen erreicht?
Vergleichen Sie eine unabhängig festgelegte Sollpersonenliste mit dem tatsächlichen Zuweisungsergebnis. Berücksichtigen Sie Kursversion, bisherigen Status, Organisationseinheit und Zuweisungsart. Bei späterer Wirksamkeit können sich die betroffenen Personen bis dahin ändern. Prüfen Sie deshalb auch Zu- und Abgänge sowie Personen außerhalb der Zielgruppe. Eine passende Gesamtsumme reicht ohne Kennungsvergleich nicht aus.
Warum bleibt ein Kurs auf Pending Completion Signature stehen?
Dieser Status kann bedeuten, dass die inhaltlichen Bestandteile abgeschlossen sind, die konfigurierte Abschluss-Signatur aber noch fehlt. Prüfen Sie die wirksamen Einstellungen der Organisationseinheit und des Lernobjekts sowie den vorgesehenen Signaturablauf. Entfernen Sie die Signaturpflicht nicht allein, um einen offenen Eintrag zu schließen. Zuerst muss klar sein, welche fachliche Bestätigung für diesen Kurs verlangt wird.
Werden alte Abschlüsse nach Aktivierung der Signaturpflicht neu unterschrieben?
Laut Cornerstone erzeugt eine später aktivierte Signaturpflicht keine rückwirkende Signaturanforderung für zuvor abgeschlossene Lernobjekte. Bewerten Sie diese Nachweise nach ihren damaligen Bedingungen. Falls eine zusätzliche Bestätigung fachlich benötigt wird, planen Sie einen kontrollierten Nachholprozess. Stellen Sie einen historischen Abschluss nicht nachträglich als damals signiert dar.
Warum fehlt eine Schulung nach der Rückkehr in eine Abteilung?
Prüfen Sie zunächst den ursprünglichen Entfernungsweg. Dynamic Reassignment setzt dynamische Entfernung voraus; eine manuelle Entfernung oder das Training Removal Tool führt nicht automatisch zu derselben Wiederzuweisung. Kontrollieren Sie außerdem Kriterien, Status und aktivierte Einstellungen. Entscheiden Sie anschließend anhand des Schulungssolls, ob eine erneute Zuweisung erforderlich ist, und halten Sie die Korrektur nachvollziehbar fest.
Reicht die Kursänderungshistorie als Audit Trail aus?
Sie beantwortet bestimmte Fragen zu Änderungen am Online-Kurs, etwa zu Datum, Benutzer und Dateien. Ob sie für Ihren gesamten Nachweisprozess genügt, hängt von den relevanten Daten und Änderungen ab. Untersuchen Sie zusätzlich Zuweisungen, Abschlüsse, Signaturkonfiguration und Berechtigungen. Bewerten Sie Abdeckung, Zugriff und Lesbarkeit; unterstellen Sie keiner einzelnen Ansicht automatisch eine vollständige Historie aller Vorgänge.
Muss bei jedem Cornerstone-Release vollständig neu getestet werden?
Eine pauschale Vollwiederholung ist keine geeignete Planungsregel. Vergleichen Sie die Änderung mit Ihrem Einsatz und vorhandenen Belegen. Nutzen Sie passende IV&V-Ergebnisse und begründen Sie zusätzliche Tests für betroffene Funktionen oder Datenwege. Auch die Entscheidung, bestimmte Nachweise weiterzuverwenden, braucht einen nachvollziehbaren Bezug zum aktuellen Stand. Konfigurationsänderungen zwischen Releases gehören in dieselbe Bewertung.
Welche Unterlagen reduzieren den Abstimmungsaufwand vor Projektbeginn?
Bereiten Sie eine reale Schulungsanweisung mit Versionshistorie, die betroffene Personenliste, Zuweisungsregeln, Rollen und typische Abschlussbelege vor. Ergänzen Sie vorhandene Lieferantenunterlagen und eine Übersicht der Datenwege. Damit können QA, IT und Fachbereich die offenen Entscheidungen konkret klären. Feste Aufwandsschätzungen ohne diese Informationen verdecken Unterschiede zwischen einem einfachen Kursablauf und mehreren integrierten Standorten.
Quellen & fachlicher Stand
Stand 6. Oktober 2026. Herstellerbezug: Cornerstone-IV&V-Datenblatt 2026 und öffentliche Online-Hilfe, veröffentlicht am 18. September 2026. Konkrete Kundenpakete, Konfiguration und Releaseplanung gesondert bestätigen. Regulatorischer Bezug: Humanarzneimittel-GMP. Beispiel und Tabellen sind eigene Arbeitshilfen, keine ausgeführten Produkt- oder Kundentests.
- Cornerstone – Life Sciences
- Cornerstone Independent Verification & Validation Maintenance Service
- Training Completion Electronic Signature Preferences
- Online Course – Create Version – Versioning Options (Step 2)
- Online Course – Modification History
- Learning Assignment Tool – Overview
- Dynamic Reassignment Overview
- Cornerstone Online Help – Change Log 262
- Europäische Kommission: EudraLex Volume 4 – Humanarzneimittel-GMP
- EU-GMP Kapitel 2: Personal und Schulung, insbesondere §§2.10–2.11
- EU-GMP Kapitel 4: Dokumentation
- EU-GMP Annex 11: Computerised Systems, Revision Januar 2011
Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.
Den Cornerstone-Schulungsprozess gezielt prüfen
Wir unterstützen Sie dabei, die tatsächlichen Zuweisungs- und Abschlussregeln zu erfassen, Lieferantenbelege zu bewerten und die verbleibenden Prüfungen mit QA und IT umzusetzen.
- IT-GxP-Audit →
Bestehende Schulungsnachweise, Versionsregeln und Abdeckung der Lieferantenunterlagen bewerten.
- IT-GxP-Consulting →
Anforderungen, Testfälle und kontrollierte Änderungen für Ihren Schulungsprozess ausarbeiten.
