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abas ERP validieren: eigene Anpassungen und Materialflüsse nachvollziehbar prüfen

In abas ERP lassen sich Oberflächen, Workflows und Schnittstellen an betriebliche Abläufe anpassen. Genau diese Flexibilität verdient bei einem GMP-relevanten Einsatz Aufmerksamkeit: Greift eine eigene Prüfregel nur in einer Maske oder auch im tatsächlich genutzten Lager- und Schnittstellenprozess? Dieser Leitfaden zeigt QA, IT und Prozessverantwortlichen, wie Sie Standardfunktionen, Anpassungen und Materialflüsse zusammen betrachten. Die vorgeschlagenen Beispiele unterstützen Ihre Planung; sie beschreiben weder einen bekannten Produktfehler noch einen ausgeführten Test einer Kundeninstallation.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste vorab

Wie wird abas ERP für den GMP-Einsatz validiert?

Sie belegen die Eignung Ihrer konkreten abas-Umgebung für die vorgesehenen regulierten Abläufe. Dazu gehören relevante Standardfunktionen, eigene Anpassungen, Rechte, Stammdaten und Schnittstellen. Der Prüfbedarf folgt den möglichen Auswirkungen auf den Prozess und seine Aufzeichnungen. Ein anpassbares ERP, ein Qualitätsmanagement-Funktionsbereich oder ein Herstellerprüfbericht ersetzt diese einsatzbezogene Bewertung nicht.

  • Die Liste eigener Anpassungen ist ein zentraler Ausgangspunkt für den Prüfbedarf.
  • Chargenzuordnung und Lagerjournal belegen noch keine umfassende GMP-Freigabelogik.
  • Eine fachliche Kontrolle sollte auf allen für den Prozess genutzten Buchungswegen geprüft werden.
  • Hersteller, Partner und Anwender benötigen klar abgegrenzte Aufgaben im Änderungsbetrieb.

1. Produktstand, Betriebsform und regulierten Prozess abgrenzen

Abas stellt das Produkt für den industriellen Mittelstand dar. Die aktuelle Übersichtsseite betont Cloud ERP; die ausgewerteten Funktionsseiten nennen jedoch keinen verbindlichen Build und keine vollständige Zuordnung aller Funktionen zu jedem Vertragsmodell. Dokumentieren Sie deshalb die tatsächlich betriebene Version, Zusatzkomponenten, eigene Anpassungen und Betriebsverantwortung. Leiten Sie die Eigenschaften einer bestehenden Installation nicht allein aus der aktuellen Vermarktung ab.

Der hier betrachtete Anwendungsfall ist ein GMP-relevanter Material- oder Herstellungsprozess für Humanarzneimittel. Ob abas dafür eingesetzt werden soll, ergibt sich aus Ihren fachlichen Anforderungen und der nachgewiesenen Eignung. Der Herstellerfokus auf den industriellen Mittelstand ist weder ein Ausschlussgrund noch ein pharmazeutischer Eignungsnachweis.

Annex 11 bezieht sich auf computergestützte Systeme innerhalb GMP-regulierter Tätigkeiten. Bei FDA-relevanten elektronischen Aufzeichnungen prüfen Sie zusätzlich den Part-11-Anwendungsbereich. Ein ERP für Einkauf und Rechnungen wird nicht allein wegen seines Namens GxP-relevant; ein darin verwendeter Materialstatus oder ein qualitätsrelevanter Datentransfer kann es dagegen sein.

Quellen: [1] [6] [8] [9]

2. Anpassungen so inventarisieren, dass ihre Wirkung sichtbar wird

Die Herstellerseite zur Individualisierung nennt No-/Low-Code-Werkzeuge, Flexible Oberflächen-Programmierung (FOP), Abas Java Objects (AJO), Report Designer und einen grafischen Workflow-Designer. Für die Validierungsplanung ist nicht entscheidend, wie bequem eine Änderung erstellt wurde. Entscheidend ist, was sie fachlich bewirkt und welche Abläufe von ihr abhängen.

Erfassen Sie jede relevante Anpassung mit Zweck, Verantwortlichem, Versionsstand und betroffenen Daten. Ein zusätzliches Anzeigefeld benötigt andere Nachweise als eine eigene Berechnung zur Materialmenge. Auch eine Auswertung kann entscheidungsrelevant sein, wenn QA sich bei einer Freigabe darauf verlässt. Die folgende Matrix ist eine eigene Arbeitshilfe zur Priorisierung und keine GAMP-Einstufung.

Eigene Entscheidungsmatrix für abas-Anpassungen
AnpassungsartFrage zur ProzesswirkungGeeigneter Prüfansatz
Zusätzliches MaskenfeldNur Information oder maßgebliche Qualitätsangabe?Datenherkunft, Pflegeberechtigung und Verwendung verfolgen
FOP- oder AJO-LogikVerändert sie Buchung, Menge oder Entscheidung?Spezifizierte Regel mit Normal-, Grenz- und Fehlerfällen prüfen
WorkflowWer darf einen Vorgang weiterführen?Rollen, Rückweisung, Vertretung und Wiederholung untersuchen
ReportWelche Entscheidung hängt von Auswahl und Berechnung ab?Ausgabe mit gezielt zusammengestellten Quelldaten vergleichen
Abas-Connect-KonfigurationWelche Bedeutung bekommt ein übertragener Wert?Zuordnung, Transformation und Fehlerbehandlung prüfen

Quellen: [2] [6] [7]

3. Herstellerstandard und eigene Logik gemeinsam nachweisen

Abas beschreibt eine Architektur, die Kernfunktionalität und Anpassungen trennt und dadurch Upgrades erleichtert. Für Ihre Planung ist das nützlich, bedeutet aber nicht, dass fachliche Auswirkungen eines Updates ausgeschlossen sind. Ein erhaltenes Anpassungsobjekt kann nach einer Änderung beispielsweise mit anderen Eingangsdaten oder einem geänderten Folgeprozess zusammenwirken.

Fordern Sie für kritische Anpassungen eine verständliche Beschreibung an: Auslöser, verwendete Daten, Regel, Ergebnis und Verhalten bei fehlenden Angaben. Damit können Prozessverantwortliche das beabsichtigte Ergebnis prüfen, ohne Quellcode lesen zu müssen. Technische Dokumentation und Codekenntnis bleiben beim zuständigen Entwickler oder Partner erforderlich, soweit sie zur Beurteilung der Implementierung benötigt werden.

Ordnen Sie vorhandene Standardtests den tatsächlich genutzten Funktionen zu. Ein Partnerprotokoll ist hilfreich, wenn Version, Konfiguration und Akzeptanzkriterien erkennbar sind. Wo Ihre Installation davon abweicht, planen Sie ergänzende Nachweise. Eine pauschale Kategorie für das gesamte ERP lässt sich weder aus „Standardsoftware“ noch aus dem Vorhandensein von FOP ableiten.

Quellen: [2] [6]

4. Charge, Lagerort und Buchungskorrektur zusammen verfolgen

Die Lagerseite nennt Lagergruppen und Lagerplätze, Bestandsinformationen sowie ein Lagerjournal. Dieses soll unter anderem Materialbewegungen und den Zusammenhang von Charge oder Seriennummer mit einem Kundenauftrag nachvollziehbar machen. Für mobile Vorgänge beschreibt der Hersteller die browserbasierte Scannerlösung Warehouse.

Unterscheiden Sie in Ihren Anforderungen die Identität einer Charge, ihren Lagerort, ihre Menge und ihre fachliche Verwendbarkeit. Ein korrekt gespeicherter Chargencode verhindert nicht automatisch eine unzulässige Entnahme. Die öffentliche Produktbeschreibung belegt kein universelles GMP-Sperrkonzept für sämtliche Buchungswege; dieses ist für den vorgesehenen Prozess konkret zu klären.

Ein aussagekräftiger eigener Test verfolgt eine Teilmenge durch Eingang, Umlagerung, Entnahme und zulässige Rückbuchung. Vergleichen Sie anschließend den Bestand mit der Bewegungshistorie und dem zugehörigen Auftrag. Bei Scannerprozessen ergänzen Sie einen falsch gelesenen Code und einen unterbrochenen Vorgang. Legen Sie vorher fest, wie Benutzer einen nicht übernommenen Vorgang erkennen sollen.

Quellen: [3] [6]

5. Wareneingangsprüfung von der Materialentscheidung unterscheiden

Im Funktionsbereich Einkauf beschreibt Abas ein einfaches Qualitätsmanagement für Wareneingangsprüfungen, Reklamationen und Rücklieferungen. Individuelle Prüfpläne, artikelbezogene Prüfmerkmale sowie Stichproben- oder vollständige Kontrollen werden genannt. Die dortige Einordnung unter DIN EN ISO 9001:2015 ist kein Nachweis einer vollständigen GMP-Labor- oder Freigabefunktion.

Klären Sie deshalb, wo Prüfergebnisse entstehen, wer sie bewertet und welche Entscheidung an das ERP zurückgegeben wird. Bleiben detaillierte Laboraufzeichnungen in einem anderen System, sollte ihre Beziehung zur ERP-Charge erkennbar sein. Definieren Sie außerdem das Verhalten bei fehlender Prüfung, unvollständigen Ergebnissen und einer später korrigierten Bewertung.

Als Testansatz eignen sich zwei Wareneingänge desselben Artikels mit unterschiedlichen Prüfergebnissen. So wird sichtbar, ob sich die Entscheidung auf die konkrete Lieferung oder Charge bezieht oder unbeabsichtigt auf weitere Bestände auswirkt. Ein Prüfhäkchen und eine zulässige Materialverwendung sind nur dann gleichbedeutend, wenn Ihre genehmigte Prozessregel das ausdrücklich festlegt und ihre Umsetzung belegt ist.

Quellen: [4] [6]

6. Lagerjournal, Änderungsnachweis und Berechtigungen trennen

Ein Lagerjournal beantwortet Fragen zu Materialbewegungen. Ob es zugleich alle benötigten Änderungen an Stammdaten, Prüfmerkmalen oder eigenen Qualitätsfeldern nachvollziehbar macht, ergibt sich daraus nicht. Die ausgewerteten öffentlichen abas-Seiten liefern keinen ausreichenden Nachweis eines umfassenden GMP-Audit-Trails für Ihre Installation.

Erstellen Sie für relevante Daten eine gezielte Liste: Was darf geändert werden, wer darf es ändern und welche Aufzeichnung benötigen Sie zur späteren Beurteilung? Fordern Sie eine Demonstration am eingesetzten Stand an. Betrachten Sie dabei auch privilegierte Zugänge und technische Konten. Eine fachliche Änderung darf nicht allein deshalb unsichtbar werden, weil sie über einen anderen Zugang erfolgt.

Für den Review muss die Historie verständlich mit dem betroffenen Vorgang verbunden werden können. Legen Sie Zuständigkeiten und angemessene Prüfanlässe fest. Falls elektronische Signaturen vorgesehen sind, bewerten Sie diese gesondert. Eine Workflowzustimmung, ein Benutzername im Journal oder ein als revisionssicher beworbenes Dokumentenarchiv begründet für sich keine Signaturkonformität.

Quellen: [3] [5] [6] [8]

7. Connect, REST API und Datenexport nach ihrer Aufgabe prüfen

Abas nennt Abas Connect für konfigurierte Integrationen und die Abas REST API für lesende und schreibende Zugriffe unter Nutzung der Kernlogik und individueller Anpassungen. Das beschreibt einen Integrationsansatz, ersetzt aber keine Prüfung Ihrer konkreten fachlichen Regel. Dokumentieren Sie, welche Kontrollen beim jeweiligen Übertragungsweg tatsächlich ausgeführt werden.

Die Konnektivitätsseite unterscheidet zudem unter anderem PDM-Anbindung, DMS-Verknüpfung und MS SQL Connector. Letzterer wird für Datenexport und inkrementelle Abgleiche beschrieben. Ein daraus erzeugter Bericht kann daher einen anderen Datenstand abbilden als der aktuelle ERP-Vorgang. Kennzeichnen Sie bei entscheidungsrelevanten Auswertungen, welche Quelle und welcher Übernahmezeitpunkt maßgeblich sind.

Prüfen Sie an einer ausgewählten Schnittstelle nicht nur den erfolgreichen Transport. Senden Sie auch einen unbekannten Artikelbezug, einen fehlenden Pflichtwert oder dieselbe Nachricht erneut. Vereinbaren Sie, wie Fehler auffallen und bearbeitet werden. Eine technisch angenommene Nachricht darf nicht stillschweigend als fachlich vollständiger Vorgang gelten.

Quellen: [5] [6]

Vertiefung zu diesem Thema:

8. Illustratives Beispiel: eine eigene Materialregel auf mehreren Wegen

Das Beispiel ist frei entworfen und setzt keine bestimmte abas-Standardfunktion voraus. Ein Unternehmen hat ein eigenes Qualitätsmerkmal eingerichtet, das die Materialverwendung steuern soll. Die Regel lautet: Ohne dokumentierte Freigabeentscheidung darf keine Entnahme für den betrachteten Auftrag entstehen. Tatsächlich verwendet werden die ERP-Maske, Warehouse und eine angebundene Anwendung.

Prüfen Sie die Regel mit identischen fachlichen Ausgangsdaten über diese drei Wege. Ziel ist nicht, eine vermutete Schwachstelle des Produkts zu bestätigen. Sie wollen erkennen, ob Ihre eigene Umsetzung die vereinbarte Kontrolle überall erreicht. Abweichungen sind mit Ursache, betroffenem Vorgang und Entscheidung zur weiteren Nutzung festzuhalten.

Eigene Testmatrix für eine kundenspezifische Freigaberegel
KonstellationErwartung im definierten BeispielAussagekräftiger Nachweis
Freigabe fehlt, normale ERP-MaskeDie Entnahme entsteht nicht.Qualitätsmerkmal, Rolle und Buchungsergebnis
Gleiche Daten, WarehouseDie gleiche fachliche Begrenzung wirkt im mobilen Prozess.Gescanntes Objekt und resultierender Vorgang
Gleiche Daten, angebundene AnwendungEin technischer Zugriff umgeht die Regel nicht.Anfrage, Antwort und tatsächlich angelegte ERP-Daten
Anfrage nach Verbindungsabbruch wiederholtEine bereits erfolgte Buchung wird erkannt; keine unbemerkte Doppelung.Vorgangskennung und Mengenabgleich
Genehmigte Freigabe, erneuter VersuchDer berechtigte Prozess kann fortgesetzt werden.Entscheidungsbezug und erfolgreiche Zuordnung

Quellen: [2] [3] [5] [6]

9. Änderungen und Betriebswechsel mit den Anpassungen zusammen planen

Bewerten Sie vor einem Update, welche Standardfunktionen, eigenen Regeln und Schnittstellen betroffen sein können. Für eine reine Darstellungsänderung kann eine andere Prüfung ausreichen als für veränderte Buchungslogik. Halten Sie die Entscheidung einschließlich weiterverwendeter Nachweise fest. Technische Upgradefähigkeit beantwortet diese fachliche Frage nicht.

Bei Migrationen sollten Sie neben Mengen und Artikelnummern auch Beziehungen untersuchen: Welche Charge gehört zu welcher Bewegung, welches Prüfergebnis zur Lieferung, welche Freigabe zur vorgesehenen Verwendung? Ein ausgewählter Datensatz mit Korrekturhistorie ist hierfür oft aufschlussreicher als nur ein Abgleich von Summen. Er bleibt allerdings eine Stichprobe, deren Auswahl zu begründen ist.

Klären Sie im Betriebsvertrag, wer Sicherungen, Wiederherstellung, technische Änderungen und Störungsmeldungen bearbeitet. Planen Sie einen Wiederanlauf, bei dem auch relevante Anpassungen, Schnittstellen und aufbewahrte Aufzeichnungen nutzbar sind. Ein gestarteter Server oder eine erreichbare Anmeldemaske bestätigt noch nicht die Wiederherstellung Ihres Materialprozesses.

Quellen: [2] [6] [7]

Vertiefung zu diesem Thema:

10. Vorbereitung und Mitwirkung im KMU verbindlich organisieren

Die entscheidenden Informationen liegen selten bei einer Person. Der Prozessverantwortliche beschreibt die zulässige Materialverwendung; QA beurteilt die Qualitätssicht. IT und Systemverantwortliche kennen Betrieb und Rechte. Entwickler beziehungsweise Partner erklären eigene Logik und Schnittstellen. Einkauf und Lager zeigen, welche Wege unter Zeitdruck tatsächlich genutzt werden.

Benennen Sie außerdem, wer offene Fragen entscheiden kann. Ohne geklärte Materialregel erzeugt ein technisch ausgeführter Test nur Beobachtungen. Ein kleiner gemeinsamer Durchlauf mit bekannten Testdaten macht solche Lücken früh sichtbar. Nutzen Sie die folgende Checkliste als praktische Vorbereitung und passen Sie die Dokumentation an Ihr Qualitätsmanagement an.

  • Vorgesehenen regulierten Prozess und betroffene Aufzeichnungen beschreiben.
  • Produktstand, Betriebsform, Zusatzkomponenten und Verantwortliche festhalten.
  • Eigene FOP-/AJO-Logik, Workflows, Reports und Integrationen inventarisieren.
  • Anforderungen an Materialstatus, Prüfentscheidung und Korrekturwege verständlich formulieren.
  • Genutzte Buchungswege einschließlich Warehouse und technischer Zugänge aufnehmen.
  • Hersteller- und Partnernachweise auf Version, Voraussetzungen und Abdeckung prüfen.
  • Repräsentative Testdaten, benötigte Fachbereiche und einen geeigneten Testzugang bereitstellen.
  • Abweichungsbewertung, Produktiventscheidung und spätere Änderungszuständigkeit festlegen.

Quellen: [6] [7]

Häufige Fragen zu abas ERP

Kann abas ERP in einem GMP-relevanten Prozess eingesetzt werden?

Das lässt sich nur für den vorgesehenen Einsatz und seine Anforderungen beurteilen. Erfassen Sie zunächst die benötigten Funktionen und Kontrollen. Vergleichen Sie diese mit der konkreten Lösung einschließlich Anpassungen und dokumentieren Sie die Eignung. Der industrielle Produktfokus allein ist weder eine GMP-Zusage noch ein Beleg dafür, dass ein solcher Einsatz grundsätzlich ausgeschlossen wäre.

Quellen: [1] [6]

Welche Version und Betriebsform behandelt der Artikel?

Die aktuellen Herstellerseiten wurden am 6. Oktober 2026 gelesen. Sie beschreiben Funktionsbereiche und betonen in der Produktübersicht Cloud ERP, weisen aber keinen einheitlichen verbindlichen Build aus. Für Ihre Installation bleiben Version, Umfang und Betriebsmodell daher gesondert festzuhalten. Übertragen Sie öffentliche Aussagen nicht ungeprüft auf einen bestehenden Vertrag oder eine ältere Umgebung.

Quellen: [1] [2]

Wird abas durch FOP oder AJO automatisch einer bestimmten GAMP-Kategorie zugeordnet?

Nein. Die genannten Werkzeuge zeigen, dass individuelle Anpassungen möglich sind. Für den Nachweis müssen Sie deren tatsächlichen Inhalt, Entwicklungsweise und Prozesswirkung betrachten. Eine zusätzliche Anzeige unterscheidet sich von eigener entscheidungsrelevanter Berechnungslogik. Der Artikel legt deshalb keine pauschale Kategorie für das gesamte Produkt fest und empfiehlt eine nachvollziehbare Abgrenzung der Komponenten.

Quellen: [2] [6]

Reicht das Lagerjournal für die Audit-Trail-Anforderungen?

Das hängt von den benötigten Aufzeichnungen ab. Die Herstellerseite beschreibt das Journal für Materialbewegungen und Zuordnungen. Daraus folgt keine bestätigte Abdeckung aller qualitätsrelevanten Stammdaten- oder Konfigurationsänderungen. Lassen Sie die erforderlichen Änderungsarten am konkreten Stand zeigen und bewerten Sie Schutz, Verständlichkeit und Reviewmöglichkeit. Eine bloße Umbenennung des Journals in Audit Trail schafft keinen zusätzlichen Nachweis.

Quellen: [3] [6]

Ist das beschriebene Qualitätsmanagement ein vollständiges Pharma-QMS?

Das ist aus den gelesenen Produktseiten nicht belegt. Der Bereich Einkauf beschreibt ein einfaches Qualitätsmanagement unter anderem für Wareneingangsprüfung, Reklamationen und Rücklieferungen. Welche weiteren Qualitätsprozesse und Aufzeichnungen benötigt werden, entscheiden Ihre Anforderungen. Prüfen Sie insbesondere die Übergänge zu Labor, Abweichungsbearbeitung und Materialentscheidung, statt den Funktionsnamen als vollständige Abdeckung zu behandeln.

Quellen: [4] [6]

Müssen wir dieselbe Regel über Maske, Warehouse und Schnittstelle prüfen?

Wenn Sie diese Wege für den relevanten Prozess nutzen, sollte ihre Abdeckung begründet sein. Es muss nicht jede Eingabe beliebig oft wiederholt werden. Entscheidend ist, ob unterschiedliche technische Wege eigene Fehler oder Umgehungen ermöglichen können. Das illustrative Beispiel zeigt eine kompakte Möglichkeit, eine kritische Regel mit denselben Ausgangsdaten über mehrere tatsächlich genutzte Wege zu vergleichen.

Quellen: [3] [5] [6]

Welche Hersteller- und Partnerunterlagen helfen bei der Validierung?

Nützlich sind versionsbezogene Funktionsbeschreibungen, Konfigurationsunterlagen, nachvollziehbare Tests sowie Angaben zu Änderungen und bekannten Einschränkungen. Für Eigenlogik benötigen Sie zusätzlich ihre fachliche Regel und zuständige Ansprechpartner. Prüfen Sie jeweils, welche eigene Anforderung damit abgedeckt wird. Ein allgemeines Qualitätszertifikat oder die Bezeichnung upgradefähig ersetzt diesen konkreten Bezug nicht.

Quellen: [2] [6]

Was muss unser KMU vor Projektbeginn bereitstellen?

Benennen Sie einen entscheidungsfähigen Prozessverantwortlichen, QA, IT und den zuständigen Partner oder Entwickler. Stellen Sie die System- und Anpassungsübersicht, vorhandene Nachweise und geeignete Testdaten zusammen. Besonders wichtig sind verständliche Regeln für Materialverwendung und Korrekturen. Fehlende Unterlagen müssen nicht verborgen werden; sie sind abzugrenzen und als konkrete Vorbereitungsaufgaben einzuplanen.

Quellen: [6] [7]

Was treibt Aufwand und Dauer der abas-Validierung?

Vor allem Umfang und Verständlichkeit eigener Anpassungen, Anzahl unterschiedlicher Buchungswege, Integrationen und Qualität der Bestandsdaten beeinflussen die Arbeit. Hinzu kommen vorhandene Nachweise, Testmöglichkeiten und die Verfügbarkeit der Fachbereiche. Ein kurzer gemeinsamer Durchlauf an einer kritischen Prozesskette liefert eine belastbarere Planungsgrundlage als eine pauschale Dauer nach Benutzerzahl. Eine feste Zeit- oder Preiszusage lässt sich aus dem Produktnamen nicht ableiten.

Quellen: [2] [7] [6]

Muss nach jedem Upgrade alles erneut validiert werden?

Nicht pauschal. Bewerten Sie die Änderung, ihre Auswirkungen und die Aussagekraft der vorhandenen Nachweise. Daraus leiten Sie gezielte Prüfungen ab, etwa für betroffene Anpassungen, Materialbuchungen oder Schnittstellen. Dokumentieren Sie auch, weshalb nicht betroffene Nachweise weiter nutzbar sind. Dass individuelle Anpassungen technisch erhalten bleiben, ersetzt diese fachliche Änderungsentscheidung nicht.

Quellen: [2] [6]

Quellen & fachlicher Stand

Grundlage sind die am 6. Oktober 2026 geöffneten offiziellen abas-Produktseiten und regulatorischen Primärquellen. Die öffentlichen Beschreibungen ersetzen keine versionsbezogene Hilfe oder Vereinbarung zum Lieferumfang. Ein umfassender GMP-Audit-Trail und eine universelle Materialfreigabelogik sind damit nicht belegt. Tabellen und Prüffälle sind eigene illustrative Vorschläge für Ihre konkrete Konfiguration.

  1. Abas: ERP-System für den industriellen Mittelstand
  2. Abas: Individualisierung
  3. Abas: Lagerverwaltung
  4. Abas: Einkauf und Qualitätsmanagement im Wareneingang
  5. Abas: Konnektivität und IoT
  6. Europäische Kommission: EU-GMP Annex 11, Revision Januar 2011
  7. EMA: GMP/GDP Questions and Answers – Annex 11
  8. FDA: Part 11 – Scope and Application
  9. Europäische Kommission: EudraLex Volume 4

Zuletzt fachlich geprüft am 06.10.2026.

Daniel Herrmann, Daniel Herrmann Consulting

Daniel Herrmann Consulting

Die relevanten abas-Anpassungen und Nachweislücken klären

Daniel Herrmann Consulting unterstützt Sie dabei, individuelle ERP-Logik, Materialprozesse und vorhandene Unterlagen in einen begründeten Prüfbedarf zu übersetzen.

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